Der bekannteste Markt in München ist zweifelsohne der Viktualienmarkt. Hier könnt ihr jeden Tag bis auf sonn- und feiertags einkaufen, was ihn zu einem sogenannten ständigen Markt macht. Davon gibt es insgesamt vier in München; der kleinste davon liegt in Haidhausen an einem besonders schönen Platz. Was diesen Platz so besonders macht und was es hier zu finden gibt, lest ihr im Folgenden.
Buntes Markttreiben

Der Markt verfügt gerade einmal über neun Stände, die hier in einer Art Triangel angelegt sind. Trotzdem bleiben hier keine Wünsche offen: Von Blumen über Obst, Gemüse und Trockenfrüchte bis hin zu Fisch und veganen Backwaren bekommt ihr hier alles. An den Imbissen könnt ihr euch u. a. mit Südtiroler Spezialitäten verköstigen oder ihr holt euch einen frisch gepressten Saft am Saftstandl. Auch kleine Deko-Artikel und Pralinen könnt ihr hier erstehen, falls ihr noch auf der Suche nach einem Mitbringsel seid. Neben den Ständen verfügt der Markt auch noch über zwei Pavillons. An einem davon könnt ihr euch mit den neuesten Druckerzeugnissen versorgen, am anderen mit Bargeld.
Die Stadt hatte eigentlich vor, alle der Markthütten abzureißen und durch Pavillons zu ersetzen, doch die Haidhausener konnten sich erfolgreich dagegen wehren. Bis 1889 fand der Markt in Haidhausen noch in der Preysingstraße statt, bevor er schließlich an den Wiener Platz verlegt worden war. Seinen Namen erhielt der Platz erst zwei Jahre später, nach der Inneren Wiener Straße, die hier entlang führt. Sie war damals der Beginn der Verbindungstraße Richtung Wien.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wiener Platz stark in Mitleidenschaft gezogen und musste wieder aufgebaut werden. Zu Beginn der 2000er fanden erneut Sanierungsarbeiten statt und 2003 wurde der Platz schließlich verkehrsberuhigt. Anstelle der Straße, die früher den Platz kreuzte, befindet sich heute ein Maibaum, den die „Freunde Haidhausens“ stifteten.
Fischerbuberlbrunnen am Wiener Platz

Auf dem Wiener Platz befindet sich ein Trinkwasserbrunnen, der ursprünglich eigentlich mal an den Viktualienmarkt gehörte. Er musste dem Wiederaufbau der Schrannenhalle weichen und fand sein neues zu Hause am Wiener Platz. Er zeigt einen kleinen nackten Jungen mit Hut, der zwei Fische im Arm hält. Geschaffen wurde er 1910 von Ignatius Taschner, wobei es sich bei der Brunnenfigur, die ihr heute seht, um einen Abguss des Originals handelt.
Der Junge hatte eigentlich einst Richtung Isarhang geschaut, dabei aber den Markthändlern den nackten Hintern entgegengestreckt, was diesen missfiel. Also wurde der Junge gedreht, doch hielt er sein Gesäß nun den Passanten ins Gesicht. Schließlich fand man eine Position, mit der man alle glücklich machen konnte und der Brunnen ist seither fester Bestandteil des Platzes. Eine Kopie des Brunnens mit Namen „Fischpüddelchen“ von 1911 ist in Aachen am Fischmarkt zu finden.
Hofbräukeller mit Biergarten
Die wohl bekannteste Institution am Wiener Platz ist der Hobräukeller mit seinem großzügigen Biergarten. Der Hofbräukeller wurde ursprünglich als Brauerei erbaut, nachdem das Hofbräuhaus am Platzl nicht mehr groß genug war. Bis 1988 wurde hier noch Bier gebraut. Die meisten anderen Brauereibetriebe, die sich rund um den Gasteig befanden, mussten Wohnhäusern weichen, wohingegen der Hofbräukeller gemeinsam mit dem Unionsbräu.
Heute ist der Hofbräukeller in erster Linie Wirtshaus und Veranstaltungsort. Neben der Bierstube findet ihr hier mehrere Veranstaltungräume und Festsäle in dem Gebäude. Im Untergeschoss schwingt ihr im Tanzcafé „Maratonga“ das Tanzbein. Das eigentliche Highlight ist aber der großzügige Biergarten in der ihr unter hohen Kastanien sitzt und laue Sommerabende verbringen könnt. Für viele zählt er sogar zu den schönsten Biergärten Münchens. Direkt angrenzend an den Garten befindet sich die „Ciao Amalfi“-Bar, die mit Liegestühlen, Sand und Aperol-Tower für Urlaubsfeeling sorgt. Im Winter könnt ihr euch hier stattdessen Eisstockschießen vergnügen.
Weitere Perlen rund um den Wiener Platz
Auch abseits des Markts und des Hofbräukellers lädt der Wiener Platz zum verweilen ein. Umrahmt von kleinen Häuschen und ehemaligen Herbergsgebäuden kommt dörfliche Atmosphäre auf. Stöbert durch die Auslage im Livingroom oder gönnt euch Kaffee und Kuchen im Little Café. Auf der Terrasse sitzend könnt ihr das Treiben auf dem Platz beobachten oder den Ausblick auf die Johanneskirche genießen. Habt ihr genug vom Trubel am Wiener Platz, begebt euch auf einen Spaziergang in die angrenzenden Maximiliansanlagen, welche den Platz noch schöner machen, als er ohnehin schon ist.