In München gibt es neben Prachtstraßen und verspielten Jugendstilbauten auch so manchen Lost Place. Manche Bauwerke sind vollends verschwunden, wie beispielsweise das Schwabylon in Schwabing. Andere stehen hingegen noch und werden sich selbst überlassen, wie z. B. der Geisterbahnhof am Olympiapark oder auch das Siemens-Hochhaus in Sendling. Letzteres ist, trotz wiederholter Versuche, ihm einen neuen Zweck zukommen zu lassen, einer der bekanntesten Lost Places der Stadt. Das ist seine Geschichte.
Überragendes Bauwerk

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlegte die Siemens AG ihre Konzernzentrale nach München. Bayern wurde somit zum Hauptstandort des Konzerns, weshalb mehrere entsprechende Bauwerke entstanden. Hans Maurer entwarf das Siemens-Hochhaus, welches von 1961 bis 1963 in der Baierbrunner Straße in Sendling errichtet wurde. Es misst 75 Meter und verfügt über 23 Stockwerke, was es zur damaligen Zeit zum höchsten Bürogebäude Münchens machte.
In den 2000ern plante der Konzern eine Neugestaltung des Areals unter dem Projekt Isar Süd. In diesem Zuge sollten zwei weitere, größere Hochhäuser neben das ursprüngliche Siemens-Hochhaus gebaut werden und dieses somit einrahmen. Ein Bürgerbegehren verhinderte dies jedoch, sodass die Pläne hinfällig wurden.
Neue Pläne für das Siemens-Hochhaus

Statt das Gelände um das Konzerngebäude herum weiter auszubauen, gab Siemens es schließlich auf. 2006 verkaufte das Unternehmen den Bau, welcher daraufhin mehrmals den Eigentümer wechselte und heute der Schweizer Immobilienfirma Empira gehört. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Pläne, was mit dem Gebäude passieren sollte: Erst wollte man die Büroflächen zu Wohnungen umbauen, dann entschloss man sich doch, die ursprüngliche Funktion als Bürohaus beizubehalten. Der Denkmalschutz des Gebäudes erschwert die Sanierung und mögliche Umbauten, was die Arbeiten weiter hinauszögert.
Seit 2025 gibt es wieder neue Pläne für das Siemens-Hochhaus. Ein Hotel und ein Boarding-House sollen daraus entstehen. Doch auch damit stößt der Investor derzeit auf politischen Widerstand. So bleibt das Siemens-Hochhaus nach wie vor ein Lost Place, der leer steht. Ander als beim Sendlinger Loch, wo es nun endlich vorwärts geht, ist die Zukunft dieses berühmt-berüchtigten Gebäudes weiterhin ungewiss.