Vielleicht habt ihr schon einmal von der S-Bahn-Station am Olympiastadion gehört, die eigens für die Olympischen Spiele 1972 gebaut wurde. Bis 1988 war der Bahnhof in Betrieb, dann wurde er stillgelegt. Doch im Süden Münchens existiert ein weiterer Geisterbahnhof, der nur für eine Großveranstaltung gebaut und danach nie wieder genutzt wurde. Heute handelt es sich um einen in Vergessenheit geratenen Lost Place.
Der Zweck des Bahnhofs
Bis in die 1970er befand sich im Münchner Südwesten ein verwahrlostes Stück Brachland, das für die internationale Gartenbauausstellung 1983 zu einem 69 Hektar großen Park umgebaut wurde. Es wurden zwei Seen angelegt und es entstand eine hügelige Landschaft, die an das Alpenvorland erinnert. Heute befindet sich auf dem Gelände der Westpark.
Der Haltepunkt wurde für die IGA 83 angelegt, um den erwarteten Besucherströmen Herr zu werden. Er befand sich an der Sendlinger Spange zwischen den heute noch aktiven Halten Heimeranplatz und Harras. Vom 28. April bis 05. Oktober 1983 hielten an dem Bahnhof Sonderzüge der Deutschen Bahn, die Gäste aus anderen bayrischen Großstädten direkt ans IGA-Gelände beförderten. Reguläre Züge oder gar S-Bahnen hielten hier nicht. Ganze 12 Millionen Besucher verzeichnete die Veranstaltung.
Das Gelände war damals eingezäunt und konnte nur gegen Eintritt betreten werden. Nach Ende der IGA sollten eigentlich nur die Seebühne und das Restaurant Rosengarten erhalten bleiben, doch auf Wunsch der Bevölkerung wurde das Gelände nicht rückgebaut, sondern zum heutigen Westpark umfunktioniert. Anders erging es dem Bahnhof IGA-Park, von dem heute nur noch ein verwittertes Schild zeugt.
Der Bahnhof heute
Wenn man mit dem Zug oder der S-Bahn die Sendlinger Spange entlang fährt, kann man mit etwas Glück einen Blick auf das alte Schild erhaschen, dass den Namen der Station trägt. Vom Hauptbahnhof kann der Haltepunkt nicht befahren werden, dazu wären neue Weichen nötig. Heute passiert die S20 regelmäßig den Streckenabschnitt.
Das Betreten des stillgelegten Bahnhofs ist verboten. Das hält neugierige Spaziergänger und Passanten jedoch nicht davon ab, dem Lost Place einen Besuch abzustatten. Ratsam ist das jedoch nicht. Im Jahr 2002 kam es zu einem fatalen Unfall an der Station IGA-Park. Ein Hund sprang ins Gleisbett und dessen Besitzerin hinterher. Der Fahrer der nahenden S20 konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und beide wurden erfasst. Es ist also besser, wenn ihr dem Verbot der DB folge leistet.