Seit sechs Jahren ist es Sensation und Ärgernis zugleich: Das Sendlinger Loch hat mittlerweile schon Kultstatus erreicht. Münchens wohl bekannteste Baugrube verfügt sogar über einen eigenen Eintrag bei Google Maps mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,8 Sternen. Nachdem hier lange Zeit gar nichts passierte, glaubten viele nicht mehr daran, dass sich das Schloss jemals wieder schließen würde. So mancher scherzte schon, das aus dem Loch ein Naturbad werden solle (wir sind „so mancher“), doch nun tut sich tatsächlich etwas. Das Sendlinger Loch soll verschwinden – und das innerhalb der nächsten zwei Jahre.
Großes Vorhaben, fehlende Umsetzung
2020 wurde das Sendlinger Loch ausgehoben, ursprünglich mit dem Plan neue Luxuswohnungen entstehen zu lassen. Statt Luxus erhielt die Nachbarschaft eine große Baugrube, die sich allmählich mit Wasser füllte. Die Münchnerinnen und Münchner nahmen es mit Humor und verfassten scherzhafte Bewertungen auf Google, in denen sie die „Seenlandschaft“ lobten.
Doch der Stillstand sorgte auch für Verärgerung, vor allem bei den Anwohnenden. 12 Meter misst das Sendlinger Loch in der Tiefe und erstreckt sich über eine Fläche von fast 5.000 Quadratmetern. Für viele ein Schandfleck, auf den sie jahrelang Blicken mussten. Diesem wird nun endlich ein Ende bereitet.
Fortschritte am Sendlinger Loch

Nach dem der ursprüngliche Eigentümer des Grundstücks dieses wegen Insolvenz brach liegen ließ, fand sich schließlich ein Käufer: Die US-Firma Pembroke übernahm und treibt das Bauvorhaben endlich voran. Statt der ursprünglich nur 128 sollen jetzt sogar ganze 186 Wohnungen in dem Neubau an der Alramstraße 14 entstehen. Und auch der Rewe soll zurückkehren, der lange Jahre Teil der Nachbarschaft war. Mitte 2028 will man das Projekt beenden.
Die ersten Schritte sind bereits getan: Man pumpte das Wasser aus dem Sendlinger Loch, in dem mittlerweile 2.000 Fische ihre Heimat gefunden hatte – wenn hier schon kein Wohnraum für Menschen entstand, dann zumindest für die Tierwelt. Doch die Fische mussten weichen, damit die Grundsteinlegung erfolgen konnte. Das neue Haus soll auch kein Luxusbau mehr werden, sondern ein Wohnanlage mit Mietwohnungen und einer KiTa. Die Vermietungen könnten bereits nächstes Jahr im Herbst erfolgen. Wer das Sendlinger Loch vermisst, kann ab Mitte Mai stattdessen bei Münchens neuem Yachthafen Marina Monaco vorbeischauen, um dort den Blick auf das Schwabinger Meer bei ein paar Drinks zu genießen.