Ein Stück Italien in München: So könnte man die Ludwigstraße beschreiben. Links und rechts säumen imposante Bauten den Boulevard, deren Architektur Inspiration aus Florenz und Rom zog. Vom Odensplatz bis zum Siegestor erstreckt sie sich und bietet auf ganzen sechs Spuren Platz für den Verkehr. Das soll sich nun ändern: Die Stadt plant eine massive Umgestaltung der Ludwigstraße mit viel Grün und wenigen Autos.
Die Prachtstraße des Königs

Namensgeber für die Ludwigstraße ist König Ludwig I., der sie nach seinen Vorstellung von Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner gestalten ließ. Sie entwarfen die Straße nach italienischem Vorbild, wobei sich der Südteil von Klenze an der Neorenaissance und der Nordteil von Gärtner an der Neoromanik orientiert. Leider überlebten nicht alle der herrlichen Bauten das NS-Regime, da zu dieser Zeit einige der Häuser abgerissen und durch andere ersetzt worden waren. Hinzu kamen Zerstörungen durch Bombenangriffe im Krieg.
Trotzdem könnt ihr auch heute noch einige der damaligen Monumentalbauten betrachten, die Ludwig entlang der Ludwigstraße errichten ließ. Sie ist eine von vier Prachtstraßen in München und hat eine Länge von ca. 1 km. In Zukunft solltet ihr hier reichlich Platz zum Flanieren und Umschauen haben, denn die Stadt plant große Umbauten auf der Ludwigstraße.
Neue Gestalt der Ludwigstraße

Der Umbau der Ludwigstraße erfolgt infolge der Sanierung des Sperrengeschosses an der U-Bahnstation am Odeonsplatz, die ab 2028 erfolgen soll. Im Anschluss ist eine Wiederherstellung der Oberfläche nötig, sodass ab ca. 2032 die Neugestaltung der Ludwigstraße erfolgen soll. In diesem Zuge hatte der Stadtrat zu einem Ideenwettbewerb zur Umgestaltung der Ludwigstraße aufgerufen.
12 Architekturbüros nahmen teil, von welchen sich das MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL aus Paris durchsetzen konnte. Ziel ist es, den kulturell bedeutenden Baudenkmälern gerecht zu werden und sich zugleich den Anforderungen des Klimaschutzes anzupassen. Der Plan ist es, den Verkehr auf der Ludwigstraße von bis zu sechs auf gerade einmal zwei Spuren zu reduzieren. So könnten Busse des MVG den Platz immer noch erreichen. Weiter will man um die 300 Bäume pflanzen und Grünflächen anlegen, um Hitzestaus zu vermeiden. Wie lange sie Bauarbeiten in Anspruch nehmen werden, ist derzeit unklar.