In München ist immer etwas los – von Kultur bis Gastronomie ist für jeden Geschmack etwas dabei. Aber so einige Orte sind dabei auch in Vergessenheit geraten. Mit der Entwicklung der Städte und den sich ändernden Bedürfnissen der Bevölkerung werden sowohl öffentliche als auch private Gebäude aufgegeben, sobald sie ihren ursprünglichen Nutzen verlieren. Diese Gebäude sind zu teuer, um sie instand zu halten oder abzureißen, und werden daher dem Verfall überlassen. Umso besser für alle, die auf der Suche nach einem Abenteuer sind. Denn so sind diese faszinierenden Lost Places in München und Umgebung entstanden.
In dem Maße, wie diese Lost Places zu verrotten beginnen und von der wilden Natur erobert werden, werden sie auch zu Anziehungspunkten für „Urban Explorers“ oder „Urbexer„. Immer mehr Fotografie- und Abenteuerbegeisterten machen sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Landschaft. Dabei gilt es, bestimmte Regeln zu befolgen – so selbstverständlich sie auch klingen mögen:
- Nicht einbrechen
- Keine Gefahren eingehen
- Keine Verschmutzung oder Veränderung des Ortes
- Keine spezifischen Adressen geben – um Vandalismus und Überfüllung zu vermeiden
Auch in München und seinem wunderschönen Umland gibt es einzigartige Attraktionen für alle Stadtentdecker, die sich an die oben genannten Regeln halten.
1. Bahnstation Olympiastadion

Klassisch oder klischeehaft, je nach Geschmack. Aber natürlich konnten wir nicht verlorene Orte auflisten und nicht wenigstens den ehemaligen Bahnhof Olympiastadion erwähnen. 1972 anlässlich der Olympischen Spiele erbaut und 1988 stillgelegt, steht er heute unter Denkmalschutz und dient sowohl Teenagern als Party-Hotspot als auch wohl jedem urbanen Fotografen der Stadt als perfekte Bildbühne.
2. Wiedemann-Sanatorium

Das Wiedemann-Sanatorium ist auch bei den Urbexern sehr beliebt – das zeigen zumindest die vielen Versuche der örtlichen Polizei in letzter Zeit, den Ort zu räumen. Bis 2008 bot die Klinik Verjüngungskuren für die Münchner Oberschicht an. Nach der Schließung türmen sich die erfolglosen Projekte zur Nutzung des schönen Geländes am Starnberger See und solange keines gedeiht, wird es ein Spuk bleiben.
3. Pumpwerk Maxkron

Das 1945 erbaute und von der Bundesbahn betriebene Kraftwerk versorgte fast 30 Jahre lang die umliegenden Dörfer mit kaltem Wasser. Viel länger – fast 40 Jahre – ist es leer gestanden und Staub und Graffitis angesammelt. Dennoch bewahrt es seinen originellen Wasserturm, zahlreiche Maschinen und seine mysteriöse Atmosphäre.
4. Sprengstofffabrik Fasan II

In der Nähe von Augsburg liegt die alte Sprengstofffabrik. In den 30er-Jahren erbaut, wurde sie kurz vor dem Krieg so erweitert, dass sie schließlich den Großteil der von der Wehrmacht verwendeten Sprengstoffe herstellte. Die US-Armee setzte ihr ein Ende, obwohl ein Teil der alten Fabrik heute noch in Betrieb ist. Im anderen Teil, Fasan II, sind nur noch die Reste von Gebäuden und einige spektakuläre Blicke zu sehen.
5. St.-Ulrichs-Kapelle

Auch wenn die Kapelle St. Ulrich weiter von München entfernt ist als jeder andere Ort in dieser Liste, lohnt sich der Besuch wirklich. Zum einen, weil sie schon damals ein Lost Place war, als die Urbexer noch Künstler der Romantik waren. Und zum anderen wegen der Legenden, die sie in ihrer rund 600-jährigen Geschichte zu ihrem Ruhm verholfen haben. Es ist die Rede von Geistersichtungen, schwarzen Messen und noch gruseligeren Geschichten. Nur für die Mutigsten zu empfehlen.
6. Freibad St. Floriansmühle

Von 1932 an räkelten sich hier mehr als 60 Jahre lang Münchener Badegäste in der Sonne, bevor das Freibad geschlossen wurde. Seitdem ist die Badeanstalt ein verlassener Ort, der sogar als Drehort für den Film „Unendliche Geschichte“ genutzt wurde. Die Stadt überlegt, das Freibad wieder in Betrieb zu nehmen – bis dahin ist der Ort mit seinen rostenden Geländern aber auch einen Besuch wert.
7. Villa in Berg am Laim

In der Neuburgerstraße in Laim kann man einer einst wunderschönen Villa beim Verfall zuschauen. Das riesige Haus wurde um 1904 von einem Klavierbauer gebaut, bis die Familie die aktuellen Besitzers das Haus in den 1920er Jahren aufkaufte. Irgendwann soll die Villa wohl einmal umgebaut werden, aber noch immer kann man hier bisher nur bröckelnde Wände und überwuchernde Gärten finden.
Tauche ein in die Vergangenheit und spüre den Hauch der Geheimnisse, die in diesen stillen Gemäuern versteckt sind. Lass dich von der Atmosphäre, den graffitibesprühten Wänden und den überwucherten Räumen verzaubern. Diese Lost Places in München bieten ein einmaliges Erlebnis, das dich noch lange in deinen Träumen begleiten wird. Also schnapp dir deine Taschenlampe und mach dich bereit, die Lost Places in München zu entdecken. Aber Achtung: Betreten natürlich immer auf eigene Gefahr!
8. Die Haltestelle IGA-Park
Die Olympischen Spiele sind nicht das einzige Großereignis, für die eigens eine Bahnstation errichtet wurde. Auch für die internationale Gartenbauausstellung 1983, der wir den Westpark zu verdanken haben, legte die Stadt eine Haltestelle an, die anschließend nie mehr in Benutzung war. Sie war nur einen einzigen Sommer in Betrieb und diente als Bahnhof für Sonderzüge der Deutschen Bahn, die nur für die IGA in München hielten. Das Schild sowie der Bahnsteig existieren noch, werden aber dem Verfall überlassen und die Haltestelle IGA Park zählt nun zu den Lost Places in München.
9. Die Mühle Stockau

Nur 45 Minuten von München entfernt befindet sich dieser Lost Place, der zugleich das Wahrzeichen seiner Marktgemeinde ist. Die Mühle Stockau gehörte einst zu einem Schloss und bleib auch nach dessen Abriss noch bestehen. Erst eine Papier-, dann eine Roggenmühle trug sie maßgeblich dazu bei, dass die Industrie in der Gemeinde Reichertshofen an Bedeutung gewann. Seit ihrer Stilllegung 1996 verfällt sie. Der Investor, der sie 2013 aufkaufte, brachte kurz Hoffnung für das Gebäude, ist mittlerweile allerdings insolvent gegangen.
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