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Kurzreisen Secret Guides

Lost Places in München und Umgebung

By Max Hailer

Lost Places in München und Umgebung
Die Faszination für verlassene Gebäude und Ruinen ist nicht neu, aber in letzter Zeit hat sie eine völlig neue Dimension erreicht. Es sind immer mehr Urban Explorers (Urbexer), die sich auf den Weg machen, die Zeugen vergangenen Lebens und des unaufhaltsamen Laufs der Zeit auf eigene Faust zu fotografieren und zu entdecken.
In diesem Sinne sind Bayern und speziell München für Urbexer relativ attraktiv. Hier ein paar Beispiele.

Bahnstation Olympiastadion

Klassisch oder klischeehaft, je nach Geschmack. Aber natürlich konnten wir nicht verlorene Orte auflisten und nicht wenigstens den ehemaligen Bahnhof Olympiastadion erwähnen. 1972 anlässlich der Olympischen Spiele erbaut und 1988 stillgelegt, steht er heute unter Denkmalschutz und dient sowohl Teenagern als Party-Hotspot als auch wohl jedem urbanen Fotografen der Stadt als perfekte Bildbühne.

Foto: Robert Haas

Wiedemann-Sanatorium

Das Wiedemann-Sanatorium ist auch bei den Urbexern sehr beliebt – das zeigen zumindest die vielen Versuche der örtlichen Polizei in letzter Zeit, den Ort zu räumen. Bis 2008 bot die Klinik Verjüngungskuren für die Münchner Oberschicht an. Nach der Schließung türmen sich die erfolglosen Projekte zur Nutzung des schönen Geländes am Starnberger See und solange keines gedeiht, wird es ein Spuk bleiben.

Foto: Hartmut Pöstges

Pumpwerk Maxkron

Das 1945 erbaute und von der Bundesbahn betriebene Kraftwerk versorgte fast 30 Jahre lang die umliegenden Dörfer mit kaltem Wasser. Viel länger – fast 40 Jahre – ist es leer gestanden und Staub und Graffitis angesammelt. Dennoch bewahrt es seinen originellen Wasserturm, zahlreiche Maschinen und seine mysteriöse Atmosphäre.

Foto: AF-Pics / fotocommunity

Sprengstofffabrik Fasan II

Ebenfalls in der Nähe von Augsburg liegt die alte Sprengstofffabrik. Im 30er-Jahre-Jahrzehnt erbaut, wurde sie kurz vor dem Krieg so erweitert, dass sie schließlich den Großteil der von der Wehrmacht verwendeten Sprengstoffe herstellte. Die US-Armee setzte ihr ein Ende, obwohl ein Teil der alten Fabrik heute noch in Betrieb ist. Im anderen Teil, Fasan II, sind nur noch die Reste von Gebäuden und einige spektakuläre Blicke zu sehen.

St.-Ulrichs-Kapelle

Auch wenn die Kapelle weiter von München entfernt ist als jeder andere Ort in dieser Liste, lohnt sich der Besuch wirklich. Zum einen, weil sie schon damals ein Lost Place war, als die Urbexer noch Künstler der Romantik waren. Und zweitens wegen der Legenden, die sie in ihrer rund 600-jährigen Geschichte zu ihrem Ruhm verholfen haben. Es ist die Rede von Geistersichtungen, schwarzen Messen und noch gruseligeren Geschichten. Nur für die Mutigsten empfehlbar.

Von Sarus7345 / Wikimedia Commons
So abenteuerlich diese Erfahrung auch sein kann, beim Urban Exploring gibt es einige Regeln, die jeder Urbexer beachten sollte:
  • Nicht einbrechen.
  • Keine Gefahren eingehen – so selbstverständlich das auch klingen mag.
  • Keine Verschmutzung oder Veränderung des Ortes.
  • Keine spezifischen Adressen geben – um Vandalismus und Überfüllung zu vermeiden.