In München erwarten uns in diesem Jahr einige Baustellen, wie der Ausbau der Tram-Westtangente und die Sanierung des Olympiastadions. Und auch in den kommenden Jahren ist lange nicht Schluss, denn es sollen weitere Bauprojekte folgen, manche mehr, andere weniger groß. Ein richtiges Megaprojekt wird in nicht allzu ferner Zukunft die Donnersbergerbrücke. Diese ist mittlerweile so marode, dass sie nicht mehr saniert werden kann und kein Weg um einen Abriss herumführt. Der Neubau der alteingesessenen Brücke bietet aber auch Chancen für eine attraktivere Stadtplanung.
Die Donnersbergerbrücke im steten Wandel

Anstelle der heutigen Donnersbergerbrücke befand sich bereits 1874 ein erster Steg, der die Bahn querte und die Stadtteile Schwanthalerhöhe und Neuhausen miteinander verband. Dieser sogenannte eiserne Steg wurde 1900 durch eine richtige Straßenbrücke ersetzt und mündete in der Donnersbergerstraße, was ihr ihren Namen verlieh. Später erfolgte ein weiterer Neubau und die offizielle Einweihung von 1935 statt.
Als München den mittleren Ring plante, ging es erneut an die Donnersbergerbrücke. Ein Teil musste neu gebaut werde, um die Westtangente des Rings vervollständigen zu können. In diesem Zuge machte sie einen Schwenk zur Landshuter Allee, in der sie heute mündet, und sie erhielt drei Spuren. Das Bauvorhaben dauerte bis 1972 an, ohne dabei den Eisenbahn- oder Individualverkehr zu behindern. Lediglich die Tram 22 musste weichen, welche zuvor auf der Brücke hielt. Um möglichst wenige Störungen zu verursachen, fiel ein großer Teil der Bauarbeiten in die Nacht.
Ein neues Kapitel für die Donnersbergerbrücke
Heute zählt die Donnersbergerbrücke zu einer der meistbefahrenen innerstädtischen Brücken in ganz Europa mit bis zu 150.000 querenden Fahrzeugen am Tag. Dadurch ist sie stets großen Belastungen ausgesetzt und sie musste im Laufe der Jahrzehnte bereits mehrmals saniert werden. Nun hat sie ihr Limit erreicht und eine Sanierung reicht nicht mehr aus. Innerhalb der nächsten Jahre muss die Brücke abgerissen und neugebaut werden, ansonsten droht eine Sperrung.
Wann genau das Bauvorhaben in die Tat umgesetzt werden und wie dieses aussehen soll, steht aktuell noch nicht fest. Zunächst lässt die Stadt 2027 die Hackerbrücke sanieren und leitet in dieser Zeit den Verkehr über die Donnersbergerbrücke um. Erst im Anschluss kann deren Abriss erfolgen. Bis dahin will das Baureferat eine Machbarkeitsstudie durchführen, die architektonische und städtebauliche Aspekte und die dafür erforderlichen Eingriffe in Augenschein nimmt.
An erster Stelle steht die Sicherstellung eines funktionierenden Verkehrs, jedoch wäre eine ansprechendere Gestaltung der Brücke im Rahmen des Neubaus denkbar. Dies könnte z. B. eine Begrünung bedeuten oder die Anlage von Aussichtsterrassen und Geschäften. Auch der Raum unter der Brücke könnte einen neuen Nutzen als Aufenthaltsort finden, wobei ihr hier heute schon Street Art entdecken könnt.