Bayern bietet euch eine Fülle an Schlössern und Burgen, die jede auf ihre Art einzigartig sind. In diesem Schloss wuchs Sisi auf, jenes hat keine rechten Winkel und diese Ruine sollte eigentlich mal zu einem zweiten Neuschwanstein werden. An Geschichte mangelt es den jahrhundertealten Gemäuern nicht, so viel steht auf jeden Fall fest. Wenn ihr euch besonders für das Leben im Nürnberger Land interessiert, dann besucht unbedingt Burg Grünsberg. Diese verfügt über eine große Sammlung an Alltagsgegenständen und Möbeln, die euch in die Geschichte der Bewohner blicken lassen.
Erst Burg, dann Schloss

Grünsberg ist ein Gemeindeteil der ehemaligen Universitätsstadt Altdorf bei Nürnberg und ist seit dem 13. Jahrhundert Heimat der gleichnamigen Burg Grünsberg. Es handelt sich bei ihr um eine sogenannte Versteckburg, da man sie erst sieht, wenn man sich unmittelbar vor ihr befindet. Sie thront auf einem Hügelsporn über dem Schwarzachthal und befand sich zunächst im Besitz der Reichsministerialfamilie Rindsmaul.
Über die Jahrhunderte wechselte die Burg des Öfteren die Besitzer bis sie schließlich an den Nürnberger Patrizier Paumgartner gelangte. Das letzte Mitglied der Familie, Johann Paul III., ließ die Burg ab 1717 größtenteils umbauen, sodass sie sich in eine barocke Schlossanlage verwandelte, von deren mittelalterlichen Wurzeln nicht mehr viel erkennbar blieb. Er war es auch, der die Sophienquelle zu Ehren seiner Frau erbaute, aus der noch heute Wasser in einen Teich sprudelt. Trotz des Wandels von der Burg zum Schloss wird Grünsberg nach wie vor weitestgehend als Burg bezeichnet.
Die wertvolle Sammlung auf Burg Grünsberg

Wollt ihr Burg Grünsberg bei Altdorf besuchen, könnt ihr das im Rahmen eines geführten Besuchs tun. Hierfür ist eine Voranmeldung per E-Mail nötig und ihr zahlt 7€ regulär und 5€ ermäßigt; Kinder unter 13 Jahren kosten nur 3€. Am Tag des Offenen Denkmals, der jedes Jahr im September in ganz Deutschland stattfindet, habt ihr freien Eintritt. Auf den ca. 60-minütigen Führungen entdeckt ihr den Palas von Burg Günsberg und deren Inventar. Die Gegenstände nehmen euch mit auf eine Reise vom 13. ins 20. Jahrhundert und zeigen euch die Veränderungen des Lebens im Wandel der Zeit.
Unter den Objekten befinden sich nicht nur Kunstwerke, Alltagsgegenstände und Mobiliar, sondern auch ein Holzmodel der Rialtobrücke in Venedig. Ratsbaumeister Wolf Jacob Stromer soll dieses besessen und es als Vorbild für die Fleischbrücke in Nürnberg herangezogen haben. Die Fleischbrücke ähnelt der Rialtobrücke in ihrer Konstruktion, wobei sie weniger steil verläuft und optisch anders gestaltet ist. Ob dieses Model aber tatsächlich Pate für die Brücke in Nürnberg gestanden hat, gilt bis heute als umstritten.
Falls ihr euch weniger für das Innere der Burg Grünsberg interessiert, könnt ihr auch an einem der klassischen Konzerte teilnehmen, die in der Burgkapelle und im Hof abgehalten werden. Der Erlös der Konzerte kommt dem Erhalt und der Administration der Anlage zugute. Nach dem Besuch auf Burg Grünsberg könnt ihr euch weiter auf Wanderschaft begeben, um die zugehörige Sophienquelle oder die Löwengrube zu besuchen.