Albrecht von Wallenstein dürfte Vielen aus der Schiller’schen Trilogie bekannt sein, in der der Feldherr den allseits bekannten Ausruf „Ich kenne meine Pappenheimer!“ ausstieß und prägte. Tatsächlich existierte er jedoch auch außerhalb der Romane und spielte eine tragende Rolle im 30-jährigen Krieg. Er war der berühmteste Student der ehemaligen Universität Altdorf bei Nürnberg und prägt bis heute die Stadtgeschichte im Zuge der Wallensteinfestspiele. Aber auch abseits der Geschichte des Generalissimus‘ ist Altdorf ein sehenswerter Ort, den ihr bei Gelegenheit besuchen solltet.
Der berühmt-berüchtigte Student

Die Universität Altdorf war zugleich auch die Universität von Nürnberg, deren Gründung ins Jahr 1575 zurückreicht. Zunächst handelte es sich bei der Schule um eine Akademie, die 1622 aufgrund des großen Zustroms an Studenten zur Universität erhoben wurde. 1599 nahm Albrecht von Waldstein, später bekannt als Wallenstein, sein Studium in Altdorf auf, wo er jedoch nicht lange bleiben sollte. Er war in so manchen Skandal verwickelt, weshalb er nach nur einem halben Jahr wieder verschwand und sein Studium in Italien und Frankreich fortsetzte. Die Universität selbst schloss 1809 aufgrund rückläufiger Studierendenzahlen.
Trotz seiner nur kurzen Zeit in der Stadt, finden alle drei die Wallensteinfestspiele im Hof der alten Universität statt. An fünf Sommerwochenenden wird das Stück „Wallenstein in Altdorf“ und das Schiler-Drama „Wallenstein“ aufgeführt. Der Höhepunkt ist der Festzug, bei dem die Darstellenden durch Altdorf marschieren. Die nächsten Wallensteinfestspiele könnt ihr 2028 wieder erleben.
Bauten und Geotope in und um Altdorf

Auch abseits der Festspiele ist die Universität Altdorf einen Abstecher wert. Die Gebäude sind seit dem 18. Jahrhundert in großen Teilen unverändert geblieben und verfügen darüber hinaus über einen botanischen Garten. Wenn ihr noch weiter in der Zeit zurückreisen wollt, dann schaut bei den Überresten der Stadtmauer sowie den drei übrigen Toren vorbei, die heute noch erhalten sind. Lasst euch außerdem nicht die Burg Grünsberg sowie das Pflegschloss Altdorf entgehen. Vor letzterem findet ihr auch den Wallensteinbrunnen.
Habt ihr irgendwann genug von den Bauwerken in der Stadt, dann bietet sich Altdorf auch als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge in die Natur an. Macht euch auf in die Teufelskirche oder die Wolfsschlucht, um geheimnisvolle Landschaften zu erleben. Entdeckt die Löwengrube, in der die Studenten wilde Partys feierten und wo einst eine Kegelbahn beheimatet war. Auch die Sophienquelle war ein beliebtes Ziel der Universitätsangehörigen und bildet eine eindrucksvolle Brunnenanlage inmitten des Waldes. Ihr erreicht sie am besten von Schloss Grünsberg aus.