Bayern kann sich mit so einigen Burgen und Schlössern rühmen. Von der mittelalterlichen Höhlenburg über das deutsche Versailles bis hin zum berühmtesten Schloss der Welt ist in unserem Bundesland alles vertreten. Und auch die höchstgelegene Burg der Bunderepublik dürfen wir unser Eigen nennen. Wenn ihr das nächste Mal einen Trip nach Neuschwanstein plant, dann solltet ihr bei der Gelegenheit auch einen Abstecher zu Burg Falkenstein machen und den Blick über das Allgäu genießen.
Eine Burg als Machtsymbol

Graf Meinhard II. von Tirol ließ 1280 Burg Falkenstein als Höhenburg im Allgäu errichten, die in erster Linie der Machtdemonstration diente. Da sie sich nur wenige Kilometer von Füssen entfernt befindet, lag sie in unmittelbarer Nähe zu stark frequentierten Verkehrsrouten wie dem Lech und der Via Augusta. Aufgrund ihrer Lage in Höhe von 1.268 Metern war sie nicht zu übersehen.
Als Verwaltungs- oder Wohnsitz war die Burg hingegen weniger geeignet. Bereits ein Jahrzehnt nach dem Bau übertrug Meinhard die Anlage an den Bischof von Augsburg, woraufhin sie 300 Jahre lang als Sitz für die Augsburger Vögte diente. Wegen ihrer hohen Lage konnten diese jedoch im Winter nicht in Falkenstein wohnen und quartierten sich lieber in dem Stallungsgebäude 50 Meter tiefer ein, wo all die Wirtschaftsgebäude lagen. Die eigentliche Burg bestand nur aus einem Wohngebäude und einer Ringmauer. 1582 verlegten die Vögte ihren Amtssitz schließlich ins Tal nach Pfronten.
Prunkvoller als Neuschwanstein

Nach Ende des 30-jährigen Kriegs überließ man Burg Falkenstein sich selbst und die Anlage verfiel zusehends. Schließlich erwarb 1883 König Ludwig II. die Burg und hatte großes damit vor. Er wollte ein ähnliches Traumschloss wie Neuschwanstein daraus machen, nur im gotischen Stil. Mehrere Architekten entwarfen fantastische Anlagen, deren Umsetzung aufgrund der finanziellen Probleme des Königs von Anfang zum Scheitern verurteilt waren.
Einige dieser Entwürfe sind heute noch erhalten und zeigen Bilder eines imposanten Schlosses, das noch eindrucksvoller ist als Schloss Neuschwanstein. Bevor Ludwig aber einen der Entwürfe endgültig abnicken konnte, schied er dahin und Burg Falkenstein blieb eine Ruine.
Ein Besuch auf Burg Falkenstein

Von der einstigen Burg Falkstein gibt es heute nur noch Reste der Ringmauer und des Hauptgebäudes. Wo früher die Wirtschaftsgebäude standen, befindet sich heute das Burghotel, in dem ihr übernachten und einkehren könnt. Die Ruine selbst erreicht ihr über mehrere Wanderwege, die euch den Berg hinaufführen. Auf einem davon kommt ihr an einer Mariengrotte herbei, die sich 1889 an Ort und Stelle befindet. Bei Burg Falkenstein selbst gibt es eine Aussichtplattform, von der ihr auf 1.277 Metern Höhe über das Tal blickt und Allgäuer Landschaft bewundert und sogar Schloss Neuschwanstein entdeckt.