In den Wäldern Bayerns verbirgt sich so mancher geheimnisvoller Ort, wie verlassene Kapellen oder römische Villen. Wenn ihr bei eurem nächsten Waldspaziergang außerhalb von München mehr als nur Bäume sehen wollt, könnt ihr das bei Grünsberg nahe Nürnberg tun. Hier versteckt sich nahe der alten Burg die Sophienquelle im Wald umgeben von Bäumen und speist noch heute einen Teich.
Ein Brunnen für die Frau Gemahlin

Die Sophienquelle entstand ab 1724 nach dem Auftrag des Patriziers Johann Paul III. Paumgartner, der die Fertigstellung nicht mehr selbst erlebte. Er hatte die Quellanlage seiner Frau Sophia-Maria Nützel-Paumgartner-Haller von Sündersbühl widmen wollen, woher auch der Name der Quelle rührt. Sie kümmerte sich schließlich selbst um die Beendigung des Baus, welche 1726 erfolgte.
Die Sophienquelle war nach italienischem Vorbild errichtet worden und ist eine der größten ihrer Art nördlich der Alpen. Sie ist Teil der etwa 500 Meter entfernten Burg Grünsberg, welche wiederum zur Stadt Altdorf gehört. Der Brunnen war ein beliebter Treffpunkt der Studenten der Universität Altdorf, ebenso wie die nahe gelegene Löwengrube. Heute gilt sie als Zeugin der barocken Gartenkultur und ist sowohl Bau- als auch Naturdenkmal.
Imposante Sophienquelle

Die Sophienquelle gilt als ein typisches Beispiel für einen Schichtbrunnen. Die Brunnenwand bildet einen Halbkreis, der links und rechts in einer breiten Freitreppe ohne Geländer mündet, über welche ihr die Anlage besteigen könnt. Durch diese Form erinnert die Sophienquelle an ein Amphitheater. Das Wasser sprudelt aus der Mitte der Brunnenwand über mehrere Kaskaden in das Brunnenbecken und von hier über einen Überlauf in einen Teich. Dabei speist die Quelle den Teich mit etwa vier Litern Wasser pro Sekunde.
Ihr könnt die Sophienquelle zu jeder Zeit bei einem Spaziergang durch den Wald besuchen. Sie ist frei zugänglich und vom Schloss aus über den Fränkischen Jakobsweg zu erreichen. In der Nähe befindet sich noch eine weitere, kleinere Quellanlage, den Dolderlesbrunnen. Diesen könnt ihr ebenfalls besuchen, wenn ihr ohnehin bereits in der Gegend seid. Falls ihr es nicht persönlich zur Sophienquelle schafft, könnt ihr diese auch im Musikvideo zu „May It Be“ von The Dark Side of the Moon bewundern.