In München gibt es so manch geheimnisvollen Ort, der spannende Geschichten erzählt, wie etwa den Jungfernturm am Salvatorplatz oder das Herzkabinett in der Residenz. Doch irgendwann habt ihr die Spots innerhalb der Stadt abgeklappert und es wird Zeit für etwas Neues. Glücklicherweise bietet auch der Rest von Bayern zahlreiche solcher Orte, die zu einem abenteuerlichen Tagesausflug einladen. Ein solcher Ort ist die Löwengrube bei Altdorf nahe Nürnberg, die euch in eine feuchtfröhliche Vergangenheit führt.
Vom Steinbruch zum Festplatz

Die Löwengrube diente vom 14. bis ins 16. Jahrhundert als Steinbruch, in dem man Sandstein abbaute. Dieser diente zur Errichtung der Stadtmauer von Altdorf und dem Bau der Universität. Nachdem letztere 1575 fertiggestellt war, benötigte man den Steinbruch nicht mehr und er geriet vorerst in Vergessenheit.
Am 11. März 1686 entdeckte der damalige Hofmeister Johann Christian Christ den Ort wieder, woraufhin Baron Friedrich Gottlieb von Löwenstern die Rodung des Gebiets vorantrieb. Ihm verdankt die Löwengrube ihren heutigen Namen. Es wurden Sitzplätze in die Felsen gehauen und der Steinbruch wandelte sich zu einem Festplatz, der vor allem bei Studenten sehr beliebt war. Über dem Tor, das den Eingang zum Felskeller bildet, steht geschrieben: „Wer nicht geweiht ist unserem Leben, der soll die Höhle nie betreten“.
Verbotenen Studentenduelle in der Löwengrube

Alsbald nach dem Ausbau beanspruchten die Studenten der Universität die Löwengrube für sich und feierten hier feuchtfröhliche Partys. Sie hielten illegale Studentenduelle ab, sogenannte Mensuren, bei denen es zwischen den Mitgliedern unterschiedlicher Verbindungen zum Fechtkampf kam. Als die Universität 1809 schloss, fanden jedoch auch die Feste ihr Ende.
Daraufhin entstanden in der Löwengrube ein Bierkeller und eine Kegelbahn. Deren Spuren könnt ihr heute noch in der Bogenhalle erkennen. Vom Eingang der Höhle blickt ihr auf eine Felsengalerie, in der sich früher die Kegelbahn befand. Den Felsenkeller der Löwengrube könnt ihr kostenlos besichtigen, wobei das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem der ehemalige Auer’sche Bierkeller, ein kleines süßes Fachwerkhaus, in dem manchmal Ausstellungen stattfinden. Beide Orte könnt ihr auf eurer Wanderung entdecken.
Von München erreicht ihr die Löwengrube in etwa zwei Stunden mit dem Auto, wobei ihr in der Weidentalstraße parken könnt. Entscheidet ihr euch für deren Erforschung, empfiehlt sich das Mitbringen einer Taschenlampe. Betrachtet ihr Felsgebilde stattdessen lieber unter freiem Himmel, dann ist eine Wanderung durch das Klumpertal vielleicht eher das Richtige für euch.