Der Frühling ist mittlerweile voll in München angekommen und an den Wochenenden zieht es die Bewohnerinnen und Bewohner der Isarmetropole regelmäßig in die Berge. Doch für ein schönes Naturerlebnis müsst ihr nicht unbedingt hoch hinaus. Auch die Schluchten Bayerns bieten zauberhafte Landschaften, die ihr auf einer Entdeckungstour erkunden könnt. Wenn ihr nach einer leichten Wanderung sucht, auf der ihr nicht viele Höhenmeter bewältigen müsst, dann ist die Schwarzachklamm ideal für euch.
Über Stock und Stein

Die Schwarzachklamm oder auch Schwarzachschlucht ist benannt nach der Schwarzach, dem Fluss der sie durchfließt. Entlang der Schwarzach findet ihr neben der Schlucht so einige weitere Sehenswürdigkeiten, wie die Burg Grünsberg bei Altdorf oder die Löwengrube. Nahe der Schwarzachklamm befindet sich das fränkische Dorf Schwarzenbruck im Nürnberger Land, von wo aus ihr euren Spaziergang beginnen könnt. Sie gilt als eines der 100 schönsten Geotpe Bayerns.
Die Klamm ist etwa 2,2 Kilometer lang und optisch durch die unterschiedlichen Feslgebilde geprägt. Die Wände der Schwarzachschlucht bestehen aus Sandstein und bilden Überhänge, Vertiefungen und Höhlen. Vor allem die Karlshöhle und die Gustav-Adolf-Höhle solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Erste formt einen großen Raum, den ihr über eine kleine Treppe erreicht und den Blick auf den umgebenden Wald in der Klamm freigibt. Sie ist ein beliebter Fotospot bei Wanderern. Zweitere verdankt ihren Namen dem schwedischen König Gustav Adolf, der hier nach dem 30-jährigen-Krieg einer Predigt beigewohnte. Eine Tafel an der Gustav-Adolf-Höhle erinnert an dieses Ereignis. Die Halbhöhle zeichnet sich durch die Wabenverwitterung an der Felswand vor dem Eingang aus.
Beide Höhlen sind nicht sonderlich tief, aber absolut sehenswert und liegen auf eurem Weg durch die Schwarzachklamm. Aber nicht nur die Höhlen entdeckt ihr in der Schlucht, sondern auch das ehemalige Granitwerk. Dieses eröffnet sich euch unterwegs auf einem größeren Areal und bildet einen Lost Place inmitten der Klamm. Seine Überreste sowie die eines Wirtshauses könnt ihr heute noch entdecken. Am Ende der Schwarzachschlucht empfängt euch schließlich ein imposanter Brückenbogen, der einen würdigen Abschluss für eure Tour bildet.
Spaziergang durch die Schwarzachklamm

Die Strecke durch die Schwarzachklamm ist leicht zu bewältigen und das Gelände ist überwiegend flach. Wählt ihr den Rundweg von Schwarzenbruck aus, seid ihr ungefähr zwei Stunden unterwegs, wenn ihr kleinere Pausen einlegt und euch Zeit nehmt, die Landschaft ausgiebig zu bewundern. Solltet ihr mit dem Auto anreisen, könnt ihr am Brückkanal oder in Schwarzenbruck am Kirchweihplatz parken. Kommt ihr mit dem ÖPNV, dann nehmt ihr die S2 von Nürnberg nach Feucht und fahrt dann mit dem Bus weiter nach Gsteinach. Von hier sind es 15 Minuten Fußweg zum Eingang der Schlucht.
Bei eurem Besuch in der Schwarzachklamm solltet ihr euch auch den Brückkanal nicht entgehen lassen. Am Tag des Offenen Denkmals im September habt ihr sogar die Gelegenheit, diesen ausführlich zu besichtigen. Am Brückkanal befindet sich nicht nur ein Parkplatz, von welchem aus ihr in die Schwarzachklamm wandern könnt, sondern auch die Waldschenke. In diese könnt ihr nach eurer Tour einkehren und im Biergarten den Tag ausklingen lassen.