Es vergeht kein Wochenende, an dem die Münchnerinnen und Münchner nicht aus der Stadt fliehen, um Bergluft zu schnuppern. In der kalten Jahreszeit stehen die Berge nicht zuletzt auch wegen der Wintersportmöglichkeiten hoch im Kurs, sei es rodeln auf dem Blomberg oder Ski fahren in Brauneck. Aber auch wandern erfreut sich in jeder großer Beliebtheit und die Städter folgen regelmäßig dem Ruf der Berge. Dabei übersehen sie jedoch gerne ein Exemplar und lassen sich einen atemberaubenden Panoramablick über die Landesgrenzen hinaus entgehen.
Die unbekannte Nummer Zwei

Jedes Kind weiß, dass die Zugspitze der höchste Berg Deutschlands ist. Geht es jedoch um den zweithöchsten Berg, nennen viele fälschlicherweise den Watzmann im Berchtesgadener Land. Dieser ist mit seinen 2.713 Metern jedoch 31 Meter kleiner als die eigentliche Nummer Zwei. Der Hochwanner schafft es auf ganze 2.744 Meter und liegt im Wettersteingebirge nahe Mittenwald, direkt auf der Grenze zu Österreich bei Garmisch-Patenkirchen. Das macht ihn nicht nur zum zweithöchsten Berg Deutschlands, sondern auch zum höchsten Gipfel der Tiroler Gemeine Leutasch.
Ein Grund dafür, dass der Hochwanner so unbekannt ist, liegt in seiner schweren Zugänglichkeit. Im Norden verfügt er über eine 1.400 Meter steil abfallende Felswand, was ein spektakulärer Anblick ist. Außerdem wird er von der Alpspitze und der Höllentalspitze verdeckt, sodass er unter dem Radar bleibt. Trotzdessen könnt ihr den Hochwanner besteigen und euch auf eine lange Tour ohne großen Andrang freuen, wie es auf anderen Bergen im Wettersteingebirge der Fall ist.
Den Hochwanner besteigen

Um den Hochwanner zu erklimmen, habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Am leichtesten geht es von Süden her aus Österreich. Ihr könnt die Bahn nach Seefeld nehmen und dann weiter mit dem Bus nach Leutasch fahren. Alternativ kommt ihr mit dem Auto und parkt am Parkplatz Salzbach im Gaistal. Von hier aus nehmt ihr den Adlerweg in den Wald hinein und wendet euch dann nach links auf den Ganghoferweg. Über das Mitteljöchl gelangt ihr auf eine weglose Wiese und von dort auf ein Geröllfeld. Ihr werdet etwas kraxeln müssen, klettern braucht ihr auf der Tour aber nicht.
Der Aufstieg ist anspruchsvoll, erfordert Trittsicherheit und Kondition, ist aber gut zu bewältigen. Ihr braucht ca. vier bis fünf Stunden, um am Gipfelkreuz anzukommen. Herab seid ihr mit drei bis vier Stunden etwas schneller. 19 Kilometer legt ihr hier an einem Tag zurück über nur spärlich markierte Wege, sofern diese vorhanden sind. Hütten oder Almen zum Einkehren gibt es direkt auf der Route keine.
Wenn ihr es herausfordernder mögt, dann nähert ihr euch dem Gipfel des Hochwanners von Norden her und klettert die Felswand hinauf. Von der Reintalangerhütte her bezwingt ihr die 1.400 Meter hohe Nordwand, was bereits Klettererfahrung voraussetzt. zwischen sieben und fünfzehn Stunden dauert die Tour, dafür werdet ihr mit einem atemberaubenden Panorama auf dem Gipfel belohnt. Ihr könnt die Zugspitze sehen, den Jubiläumsgrat, die Alpspitze sowie die Mieminger Kette und das Gaistal.