In München lebten schon so manche Weltstars, oftmals jedoch bevor sie ihre Bekanntheit erlangten. So ging Albert Einstein im Glockenbachviertel zur Schule und Arnold Schwarzenegger arbeitete in einem Fitnessstudio nahe des Hauptbahnhofs. Freddie Mercury ist ein weiterer großer Name, der fest mit der Geschichte unserer Stadt verwoben ist. Anders als Einstein und Schwarzenegger zog es ihn nach München, nachdem er bereits weltberühmt wurde. Sechs Jahre lebte er hier und ging in Lokalitäten ein und aus, die teilweise bis heute noch existieren.
Was Freddie Mercury nach München brachte

Im Jahr 1979 begann Queen mit den Aufnahmen für ihr Album „The Game“ in den Musicland Studios im Arabella-Hochhaus. Diesem entstammt die Hitsingle „Crazy Little Thing Called Love“, welche die Band erstmals auf Platz 1 der US-Charts katapultierte. Zu dieser Zeit ließ Freddie Mercury sich dauerhaft in München nieder, um der britischen Presse zu entfliehen. Die Isarmetropole gab ihm ein Gefühl von Freiheit, da er sich hier durch die Straßen bewegen konnte, ohne ständig von Reporten umringt zu sein.
Er selbst bezeichnete die Stadt als „kleines Dorf“, was zu Münchens Ruf als „größtem Dorf der Welt“ passt. Gelebt hatte der Sänger in der Stollbergstraße in Lehel. Er hatte ein möbliertes Apartment im Stollberg Plaza, einem Boarding House in das ihr euch auch heute noch einmieten könnt.
Die Exzesse des „Mr. Bad Guy“

Freddie Mercurys Zeit in München war geprägt von wilden Partys. Besonders im Glockenbachviertel hielt er sich gerne auf, das damals schon als Hotspot der queeren Szene galt. Er feierte im Pimpernel und besuchte das Café Nil, beides Orte die nach wie vor existieren, anders als das Frisco in der Sonnenstraße. Auch in diesem war er oft zu Gast und feierte wilde Partys auf Droge, die Barbara Valentin im besorgte haben soll. Das Yellow Submarine im Schabylon war ebenfalls ein Club, den er gerne aufsuchte und der heute leider nicht mehr in München zu finden ist.
Anders sieht es mit der Deutschen Eiche nahe des Grätnerplatzes aus. In deren Keller gab es damals zwar noch keine Herrensauna, trotzdem war sie Anlaufstelle für Angehörige der Queer-Community. Außerdem kamen gerne die Künstlerinnen und Künstler aus dem Gärtnerplatztheater hierher, um nach den Stücken zu feiern. An der Fassade der Deutschen Eiche erinnert heute ein Mosaik daran, dass Freddie Mercury hier ebenfalls ein und aus ging.
Seine berüchtigte Geburtstagsparty richtete Freddie im damaligen Travestie-Club Old Mrs. Henderson aus. Dieses lag in der Rumfordstraße und zog nicht nur die Rocklegende, sondern auch andere Musiker wie Mick Jagger und David Bowie an. Hier entstand an Freddies 39. Geburtstag am 05. September 1985 das Video zu „Living on My Own“, einer Single aus seinem Soloalbum „Mr. Bad Guy“. Mit dieser wilden Party landete der Star direkt am folgenden Tag in den Schlagzeilen.
Auf Freddie Mercurys Spuren in München
Das Old Mrs. Henderson gibt es heute nicht mehr, dafür befindet sich hier heute die Paradiso Tanzbar, in der ihr nach wie vor Party machen könnt. Die Deutsche Eiche, das Café Nil und das Pimpernel stehen euch heute nach wie vor offen, wohingegen das Yellow Submarine in Schwabing leider abgerissen wurde. Seit 2020 gibt es außerdem eine Freddie-Mercury-Straße im Kreativquartier in Neuhausen, die den Musiker ehrt.
Wenn ihr diese und noch weitere Orte entdecken wollt, an denen der Weltstar in München wandelte und mehr über die Hintergründe erfahren wollt, dann könnt ihr eine von zahlreichen Freddie-Mercury-Stadttouren buchen. Hier berichten euch Personen, die den Künstler persönlich kannten von seiner Zeit in München und den Geschichten, die sie selbst mit ihm erlebt haben. Einige dieser Touren starten im Hard Rock Café am Platzl, wo ihr euch nach dem Rundgang bei einem Burger stärken könnt