München hat nicht gerade einen Ruf als Partyhochburg und nur wenige Clubs wie das Blitz sind über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Vor allem gelten die Etablissements in München nicht als wild oder spektakulär. Vor 50 Jahren war das noch anders, als ein berühmt-berüchtigter Club in Schwabing seine Pforten öffnete und schnell zum Promi-Magneten mutierte. Das Yellow Submarine zeichnete eine auffällige Architektur aus, die es erlaubte, das echte Haie um die Gäste herumschwammen. Eine solche Partynacht geriet garantiert nicht allzu schnell in Vergessenheit.
Der Club neben der Vergnügungsmeile

Das Yellow Submarine eröffnete im April 1971 in der Leopoldstraße und gehörte zu Münchens erstem Holiday Inn. Beide waren Teil eines größeren Gebäudekomplexes, in dem zwei Jahre später das „Schwabylon“ eröffnete. Dieses war wiederum ein gigantisches Einkaufszentrum, in dem sich rund 100 Geschäfte 12 Restaurants und ein Biergarten befanden, sowie eine Eisbahn, ein Solarium, ein Schwimmbad, eine Spielhalle, ein Therme, eine Sauna und ein Kino. Was nach einem absoluten Kindheitstraum klingt, stellte sich jedoch schnell als totaler Flop heraus: Nach gerade einmal einem Jahr musste das Schwabylon wieder schließen. Das Yellow Submarine konnte sich dagegen länger halten und passte mit seinem ausgefallenen Konzept perfekt in die Spaßmeile.
Der Namen des Clubs stammte vom berühmten Beatles-Song und spiegelte das maritime Thema des Lokals wieder. Über drei Stockwerke erstreckte sich die Einrichtung und sie war wie von einer Taucherglocke von einem Aquarium mit 650.000 Litern Wasser umgeben. Durch Bullaugen konnten die Gäste in das Aquarium blicken, in dem 36 echte Haie und ein paar Riesenschildkröten schwammen. Neben Drinks konnten die Besucher hier auch Haiflossensuppe und gegrillten Hai bestelle. Der Club lag unterirdisch, etwa 9 Meter hoch und kreisförmig angelegt, sodass man sich wie in einem aufgestellten U-Boot fühlte. Auch das Mobiliar erinnerte an ein U-Boot oder Schiff mit seinen gelben Ledersitzen und der roten Reling.
Das Ende vom Yellow Submarine

Der Club erfreute sich anfänglich großer Beliebtheit und zog bekannte Stars an. Mick Jagger, der auch im Café Jasmin ein- und ausging, Freddie Mercury, der in München lebte und in der Deutschen Eiche Stammgast war, und Jimi Hendrix, der im Big Apple sein Markenzeichen erfand, waren alle einmal im Yellow Submarine zu Gast. Zehn Jahre lang konnte sich das Yellow Submarine halten, dann musste es erstmals schließen.
Nach einer Renovierung öffnete es 1983 unter dem Namen Aquarius wieder, konnte aber an den früheren Erfolg nicht anknüpfen. Das Wasser hatte man abgelassen, die Tiere weitergegeben, da der Unterhalt schlicht zu teuer war. In den 1990ern erlebte es ein weiteres Revival als „Fridays“, doch auch dieser Club blieb nicht lange. Nach dem das Schwabylon bereits 1979 dem Abriss zum Opfer fiel, folgte das Yellow Submarine 2013. Es musste gemeinsam mit dem Holiday Inn dem heutigen Schwabinger Tor weichen.