Die beeindruckende Felsen verleihen dem in der Fränkischen Schweiz gelegenen Tal einen beinahe alpinen Charakter. Früher einmal standen hier Tempel, Mühlen und andere Bauten, mittlerweile ist von der meisten nicht mehr viel übrig. Vom Anschluss an den Straßenverkehr ist dieses Tal bisher gänzlich verschont geblieben, zu Fuß könnt ihr es aber begehen. Begebt euch auf eine sageumwobene Wanderung vorbei an Weihern und Ruinen und fühlt euch wie ein Reisender in einer mythischen Welt.
Das Tal der drei Mühlen

Einst ließ ein Schlossherr die Landschaft rund um das Tal wie einen englischen Landschaftsgarten anlegen. In diesem Zuge wurden Tempel, Eremitage, ein Parasol und eine Bogenbrücke errichtet. Heute sind von ihnen nur noch Ruinen übrig. Zu dieser Zeit, um 1580, entstand auch eine Mühle, die dem Tal seinen Namen verlieh. Zu ihr gehörte ein 3.700 Quadratmeter großer Mühlteich, der sich aus zwei Quellen speiste. Heute sind sowohl von der Mühle als auch dem Teich nur noch Überreste geblieben. Letzter beherbergt heute eine Forellenzucht.
Die Mühle galt als eigener eingetragener Gemeindeortsteil, in dem 1875 vier Personen wohnten, 1904 waren es nur noch zwei. In den 20er wurde der Mühlbetrieb eingestellt und 1965 musste die Mühle schließlich wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die Ruinen bekommt ihr auf eurer Wanderung durch das Tal heute noch zu Gesicht.
Es gibt aber noch zwei weitere Mühlen in dem sagenhaften Tal. 1520 entstand die Mittelmühle, die ihren Namen der Lage auf halbem Wege zwischen den anderen beiden Mühlen verdankt. Der Mühlbetrieb wurde in den 1940ern bereits eingestellt, der Ortsteil existiert aber immer noch als landwirtschaftlicher Betrieb. Am südlichen Ende des Tals befindet sich die dritte Mühle, die ebenfalls 1520 erstmals namentlich erwähnt wurde und die als Gemeindeteil heute 26 Einwohner zählt.
Gespickt mit Naturjuwelen

Wanderer kommen aber nicht alleine wegen der Mühlen in das Tal. Es besticht in erster Linie durch seine natürliche Schönheit. Der ehemalige Mühlteich speist sich aus einer Quelle, die auch heute noch sprudelt und alle drei Mühlen betrieb. Auf eurem Weg durch das Tal kommt ihr vorbei an vielen weiteren Weihern und entdeckt ihr zahlreiche interessante und erstaunliche Felsformationen, wie sie für das Frankenjura typisch sind.
Wenn ihr durch das Tal wandert, könnt ihr auch einen der beiden Jägersteige begehen. Sie sind stellenweise steil, klettern müsst ihr aber nicht. Sie führen euch vorbei an weiteren beeindruckenden Felsformationen, die den ein oder anderen Mythos hervorgebracht haben. Belohnt werdet ihr mit schönen Ausblicken über das Tal.
Eine weitere Felsformation erwartet euch ganz am Ende, nahe der dritten Mühle. Die Felsnadel ist ein freistehender Dolomit, der durch seine ungewöhnliche Form hervorsticht. Sie wird auch „Weiherstaler Männchen“ genannt und ist als Geotop ausgewiesen.
Sagen um das Klumpertal

Viele Sagen ranken sich um die zuweilen bizarren Felsen des Klumpertals. So begab es sich vor langer Zeit, dass ein Ritter von Schloss Kühlenfels auf einer seiner Reisen unsterblich in eine geheimnisvolle Frau verliebte. Sie erwiderte seine Gefühle und kehrte mit ihm ins Schloss zurück. Doch sie konnte sich nicht an das kühle und raue Klima des Klumpertals gewöhnen und wurde immer unglücklicher. Eines Tages wurde wurde ihre Seele so schwer, dass sie sich von einem der Felsen im Klumpertal stürzte. Dieser ist heute noch als „Fels der Schwarzen Frau“ bekannt.
Eine andere Legende besagt, dass im Tal früher Gold geschürft wurde. Die Forellen, die nahe der Goldquelle schwammen, wurden selbst vergoldet. Wenn man seine Augen offen hält, soll man heute noch mit etwas Glück den einen oder anderen Goldklumpen erspähen können.
Wenn ihr mehr über die Sagen des Klumpertals erfahren möchtet, macht ihr am besten selbst eine Wanderung durch die schöne Landschaft in der Fränkischen Schweiz. Von München erreicht ihr das Tal in 2 Stunden und 15 Minuten mit dem Auto. Am Ende des 4 Kilometer langen Rundwegs könnt ihr in die Schüttersmühle einkehren, die heute ein Gasthaus ist. Wenn ihr länger bleiben wollt, könnt ihr hier auch glech übernachten.