Der Frühling hält Einzug in Bayern und mit ihm das Leben. Die Vögel zwitschern wieder, die Kirschbäume erblühen und mehr und mehr Blumen sprießen aus dem Boden. Ein besonders großes Blütenparadies erwartet euch in Rain am Lech, wo sich eine Parkanlage an die nächste reiht. Der Ort ist auch als „Blumenstadt“ bekannt und daher perfekt für einen Frühlingsausflug geeignet.
Georg Weber in der Blumenstadt

Rain hat geraden einmal etwas über 9.000 Einwohner, doch verfügt über eine große Anzahl an Parks. Das hat sie nicht zuletzt Georg Weber zu verdanken, dem Begründer der Gartenmarktkette Dehner. 1940 heiratete Weber die aus Rain stammende Albertine Dehner und stieg in das Geschäft ihrer Eltern mit ein. Mit 37 gründete er schließlich seinen eigenen Großhandel zur Samenzucht, woraufhin kurze Zeit später die erste Dehnerfiliale in München eröffnete. Jahrzehnte später erhielt Weber die Ehrenbürgerschaft von Rain, woraufhin er sich 1980 mit Stiftung eines Parks revanchierte.
Der Georg-Weber-Park misst ca. 4.000 Quadratmeter und zeichnet sich vor allem durch seine Brunnenanlage und die vielen Rosen aus. Der Pavillon im Park stammt von der IGA 1983 in München. Doch er ist nicht die einzige Grünanlage in Rain, die mit Dehner in Zusammenhang steht. Neben dem Gartencenter liegt der Dehner Blumenpark, den das Unternehmen anlegen ließ. Auf sagenhaften 30.000 Quadratmetern entdeckt ihr in den Schaugärten die verschiedensten Pflanzen und sogar echte Flamingos! Auf der anderen Lechseite schließt der Dehner Naturlehrgarten an, wo ihr auf weiteren 12.000 Quadratmetern Bäume, Insekten und Sträucher entdeckt und über den Barfußpfad wandelt.
Weitere Parks und andere Sehenswürdigkeiten in Rain

Georg Weber und Dehner hatten beide zweifellos einen großen Einfluss auf die Parklandschaft Rains. Aber das kleine Städtchen am Lech verfügt tatsächlich über noch mehr Parks, die unabhängig vom Unternehmer und dessen Firma entstanden. Aus den ehemaligen Wallanlagen der Stadtbefestigung wurden zunächst Weiden und Ackerland, bevor sie sich in Gärten verwandelten. Heute umschließen sie als Stadtpark auf fünf Hektar die Altstadt. Im Stadtpark findet ihr den Staudengarten, der anlässlich der Gartenschau 2009 angelegt worden war. Hier blühen die Pflanzen in den buntesten Farben und lassen echte Frühlingsgefühle aufkommen. In der Kneippanlage bringt ihr euren Kreislauf in Schwung und das Schachbrett euren Kopf zum Rauchen.
In Rain gibt es auch ein Schloss, an das ein Schlosspark anschließt, in welchem ihr ebenfalls den Anblick der Blumen und Beete genießen könnt. Das Schloss selbst ließ der Wittelsbacher Herzog Stefan II. erbauen. Durch seine Lage am Lech, kurz vor der Mündung in die Donau, war Rain eine wichtige Herzogstadt, da man hier den Zoll kassierte. Die Altstadt selbst abseits der Parks und Gärten ist ebenfalls absolut sehenswert. Das Zentrum bildet das Rokoko-Rathaus am westlichen Ende der Hauptstraße. Diese säumen links und rechts alte Bürgerhäuser und sorgen für den besonderen Charme der Stadt. Auch das Tilly-Denkmal, das Schwabtor und der Marienbrunnen, sowie die Mariengrotte sind einen Blick wert. Wer es gruseliger mag, der geht ins Beinhaus und betrachtet die Totenschädel in einem der letzten Karner Bayerns.