Wer von einer bayerischen Altstadt auf einer Insel hört, der denkt vermutlich zunächst an Lindau am Bodensee. Es gibt aber noch eine weitere Stadt in unserem Bundesland, die München viel näher ist und deren Ortskern teilweise auf einer Insel liegt – und dass, obwohl kein See weit und breit zu sehen ist. Eingebettet zwischen Fränkischer und Schwäbischer Alb sowie zwei Naturparks, liegt die kleine Kreisstadt Donauwörth. Falls ihr noch auf der Suche nach Ausflugszielen für dieses Jahr seid, setzt es auf jeden Fall auf eure Liste.
Die geächtete Stadt mit der Insel

Donauwörth trug in seiner langen Geschichte verschiedene Namen. Zunächst nannte man den Ort einfach nur Werd. Dieser erhielt 1193 das Stadtrecht und hieß fortan Schwäbischwerd. 1606 und 1607 trugen sich in der damaligen Reichsstadt die Kreuz- und Fahnengefechte zu, in denen Protestanten und Katholiken in gewalttätigen Streit gegeneinander ausbrachen. Infolgedessen verhängte der Kaiser die Reichsacht über die Stadt und sie verlor ihren Namen. Herzog Maximilian von Bayern nahm sie in Pfandbesitz. Den Namen Donauwörth erhielt sie erst knapp 100 Jahre später nach der Schlacht am Schellenberg. Die Stadt verlor ihre Eigenständigkeit und gehörte ab 1714 endgültig zu Bayern.
Heute ist Donauwörth eine große Kreisstadt im Landkreis Donau-Ries. Abgesehen von der Donau fließt auch die Wörnitz quer durch das Siedlungsgebiet, welche sich in die kleine und die große Wörnitz aufteilt. Zwischen diesen beiden Armen liegt die Insel Ried, auf der sich ein Teil der Altstadt befindet. Die Insel betretet ihr am besten über die Hindenburgstraße, sodass ihr das Rieder Tor durchschreiten könnt. Es ist das letzte ursprünglich vier Stadttore und heißt euch mit seinem kräftigen Rosa schon von Weitem willkommen. Auf eurem Weg über die Wörnitz könnt ihr dann auch gleich bei den Nepomuk- und Nikolausstatuen Halt machen. Auf der Insel selbst findet ihr neben netten kleinen Cafés und Restaurants auch das Heimatmuseum, das euch mehr über die Geschichte von Donauwörth verrät.
Donauwörth entdecken

Die Insel ist aber nur eines von vielen Highlights in Donauwörth. Auf der anderen Seite der kleinen Wörnitz, sozusagen auf dem Festland, setzt sich die Altstadt fort. Sie wird von der Reichsstraße durchzogen, welche Teil der Romantischen Straße ist. Sie gilt als einer der schönsten Straßenzüge in Süddeutschland und wird an ihrer höchsten Stelle vom gotischen Liebfrauenmüsnter gekrönt. In dessen Turm hängt mit der Pummerin die größte Kirchenglocke Schwabens. Die Reichsstraße verband einst die Reichsstädte Augsburg, Donauwörth und Nürnberg, weshalb sie diesen Namen trägt. Links und rechts säumen die Straße bunte bürgerliche Giebelhäuser und am Ende befindet sich das Rathaus. Dessen Glockenspiel lässt täglich Volkslieder ertönen, sowie ein Lied aus der Oper „Zaubergeige“ des Donauwörther Komponisten Werner Egk.
Unweit der Reichsstraße findet ihr die Ruinen der Burg Mangoldstein, welche auf dem Mangoldfelsen thront. Am Fuße des Felsens liegt heute eine Freilichtbühne, auf der ihr in den Sommermonaten Theaterstücke sehen könnt. Ebenfalls im Zentrum der Stadt liegt das Kloster Heilig Kreuz, das früher einmal Teil der Burg war und deren Klosterkirche im Rokoko-Stil besonders sehenswert ist. Wenn ihr euch nach etwas Natur sehnt, dann schlendert die Promenade entlang. Sie bildet die grüne Lunge der Stadt mit ihrem alten Baumbestand, den Rasenflächen und den vielen herrlichen Blumen. Oder ihr besucht den Donauspitz, wo die Wörnitz in der Donau mündet.