Einfach einmal abschalten. Diesen Wunsch hegen viele von uns, doch oftmals hapert es an der Umsetzung. Wer sich abseits des Urlaubs in fernen Landen nach Erholung im Alltag sucht, findet diese in Day Spas, in der Sauna oder auf einem Ausflug in der Natur. Am besten wirkt eine Kombination dieser Elemente, um einmal richtig abschalten zu können. Dazu begebt ihr euch am besten auf einen Tagesausflug aus München heraus, in eine Kleinstadt im Allgäu, in der Kneipp persönlich einst wohnte und wirkte.
Sebastian Kneipp und die Entstehung eines Kurorts

1845 erkrankte der spätere Pfarrer Sebastian Kneipp an Tuberkulose und begann aufgrund dessen in der eiskalten Donau zu baden. Ein Jahrzehnt später erfolgte seine Versetzung an das Kloster Bad Wörishofen, wo er tiefgreifende Veränderungen vornahm. Die von ihm entworfene Kneipp-Methode lockte zahlreiche Gäste an. Diese erhofften sich Linderung ihrer Beschwerden durch seine Therapien und Wasserkuren. 1889 verzeichnete Bad Wörishofen ca. 4.000 Kurgäste; in den folgenden Jahren stiegen die Zahlen auf bis zu 10.000. Aufgrund des großen Andrangs mussten diese in den umliegenden Dörfern untergebracht werden.
Die Nachfrage nach der Wasserkur sorgte dafür, dass immer mehr Badehäuser in Bad Wörishofen ihre Pforten öffneten und es entstanden zahlreiche Hotels und Pensionen. Schließlich wandelte sich die Gemeinde zum Kurort und Kneipp wurde zum Ehrenbürger ernannt. Er bestand zeitlebens darauf, dass Mittellose und Waisenkinder kostenlos behandelt werden konnten. 1920 erhielt die Stadt das Prädikat „Bad“, das sie seither vor ihrem Namen trägt.
Sebastian Kneipp erlangte über die Grenzen Deutschlands hinaus Bekanntheit und galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nach seinem Tod, als der bekannteste Deutsche in Nordamerika nach Otto Bismarck. Seine Büste findet ihr in der Ruhmeshalle bei der Bavaria an der Theresienwiese. 2015 zeichnete die deutsche UNESCO die Kneipp-Methode als immaterielles Kulturerbe aus.
Ein Tag in Bad Wörishofen

Wenn ihr selbst in den Genuss des „Kneippens“ kommen möchtet, dann solltet ihr einen Ausflug nach Bad Wörishofen unternehmen. Hier stehen euch ganze 24 öffentliche Kneipp-Anlagen zur Verfügung, in denen ihr Wasser treten oder eines der Armbäder nutzen könnt. Jede der Anlagen verfügt über eine Anleitung und einer Wassertemperatur zwischen 8 und 16°C. Im Wörthbach findet ihr drei Naturwassertretanlagen, in denen ihr der Kneippmethode nachgehen könnt.
Möchtet ihr das Wasser nicht nur treten, sondern vollständig darin eintauchen, dann könnt ihr das im Thermalbad von Bad Wörishofen tun. Die Becken verfügen über verschiedene Zusätze, die für Entspannung pur sorgen. Normalerweise liegt das Mindestalter für den Zutritt zur Therme 16 Jahre. Samstags von 09 bis 19 Uhr sind aber auch Familien mit Kindern willkommen. Das Sportbecken hingegen verfügt über keine Altersbegrenzung. Des weiteren verfügt die Thermallandschaft auch über einen Saunaberiech mit insgesamt 11 Saunen, einem Dampfbad und einem Whirlpool.
Im Kloster Bad Wörishofen befindet sich heute das Kneipp-Museum, in dem ihr noch mehr über Sebastian-Kneipp und sein Wirken erfahren könnt. Weitere Museen sind das Puppenmuseum, das Kutschenmuseum, das Fischermuseum, das Fliegermuseum und das Fotomuseum. Steht euch der Sinn eher nach Natur als Kultur, könnt ihr im Kurpark eines der größten Rosarien Deutschlands besuchen. Hier erblühen an 8.000 Stöcken über 530 Sorten Rosen und auch abseits des Rosengartens lädt der Kurpark zum spazieren und verweilen ein.