Es geht doch nichts über einen Tagesausflug am Wochenende in eines der zahlreichen pittoresken Städtchen und Dörfer im Münchner Umland. Wenn ihr die bekannteren Ziele wie Augsburg, Regensburg oder Starnberg bereits abgearbeitet habt, gehen euch womöglich langsam die Ideen aus, wo ihr als nächstes hinfahren könntet. Dabei liegt an der S7 eine Gemeinde, die nicht nur über ein sehenswertes Rokoko-Kloster verfügt, sondern auch eine bedeutende Rolle während der Münchner Bauernaufstände gespielt hat.
Architektonische Sehenswürdigkeit

Bereits 762 gründete der Domkleriker Waltrich das Benediktinerkloster Schäftlarn. 940 Jahre später, um 1702 sollte es zu einem Neubau des Klostergebäudes kommen. Mit dessen Entwurf betraute man den Barockarchitekten Giovanni Antonio Viscardi, welcher u. a. für die Dreifaltigkeitskirche und den Bürgersaal in München verantwortlich war. 1707 erfolgte die Fertigstellung des Baus, der in dieser Form auch heute noch steht. Die Klosterkirche erhielt ebenfalls einen Neubau und gilt heute als ein Juwel des Rokokos. Es dauerte mehr als drei Jahrzehnte, bis diese vollendet war. Sie ist reich mit Stuck verziert und im Inneren detailliert bemalt.
Während der Erhebung der Münchner Bauern im Jahr 1705 war das Kloster der zentrale Treffpunkt für die Aufständischen. Von hier marschierten sie nach München, wo sie letztlich in der Sendlinger Mordweihnacht erlagen. Die Opfer des Kampfes fanden ihre letzte Ruhe auf dem Alten Südfriedhof. Wie auch in Andechs und Benediktbeuern kam es in Schäftlarn im Zuge der Säkularisierung zur Aufhebung des Klosters. Einst gab es hier eine Brauerei, eine Fayence-Manufaktur und ein Mineralbad. Letzteres bleib auch nach der Säkularisierung noch in Betrieb, wurde aber schließlich auch eingestellt.
1866 stiftete König Ludwig I. das Kloster neu und ein Gymnasium erhielt hinter den Mauern Einzug. Dieses besteht bis heute fort. Später erhob Prinzregent Luitpold das Kloster wieder zu einer Abtei und das ist es auch heute noch. Durch die Anbindung an die Isartalbahn entwickelte sich die Gemeinde Schäftlarn zu einem beliebten Treffpunkt der Münchner Bohème und auch heute lohnt sich ein Tagesausflug hierher.
Besuch in Schäftlarn

Die Gemeinde Schäftlarn besteht heute aus fünf Dörfern, darunter auch das Kirchdorf Kloster Schäftlarn. Die Gemeinde gehört zum Landkreis München und ist durch die S7 Richtung Wolfratshausen direkt an die Stadt angebunden. Bei eurem Besuch könnt ihr die Rokoko-Kirche bewundern und das Kloster von Außen betrachten. Da sich auch heute noch ein Gymnasium in den Räumlichkeiten befindet, könnt ihr es leider nicht betreten.
Dafür könnt ihr durch den Prälatengarten flanieren, in dem Rosen, Lavendel, Buchs, Stauden und Sommerblumen erblühen. Aber auch im Winter findet ihr hier Ruhe und Erholung. Von Mai bis Oktober erfreut ihr euch hingegen an den Schäftlarner Konzerten, die euch den Barock musikalisch näher bringen. Falls ihr nicht solange warten wollt, könnt ihr aber natürlich auch jederzeit ein klassisches Konzert in München direkt besuchen. Zum Abschluss eures Aufenthalts in Schäftlarn solltet ihr noch im Klosterladen vorbeischauen. Hier ersteht ihr Produkte aus der Imkerei und der Brennerei der Mönche.