Der Mathäser-Filmpalast ist das größte der Münchner Kinos und erfreut sich nicht zuletzt auch wegen seiner zentralen Lage großer Beliebtheit. Doch nun befindet sich die Zukunft des Gebäudes in der Schwebe, nachdem ein Investor neue Pläne hat. Im Raum steht ein möglicher Abriss und Neubau womit dem Mathäser ein ähnliches Schicksal wie der Donnersbergerbrücke bevorstünde. Das Kino stünde dann womöglich vor dem Aus und München wäre nach der Schließung des Filmtheaters am Sendlinger Tor um ein weiteres Lichtspielhaus ärmer.
Brauerei, Bierhalle, Revolution: Eine bewegte Geschichte

Das Areal, auf dem sich der heutige Filmpalast befindet, hat im Laufe der Jahrhunderte schon einige Bauten kommen und gehen sehen. 1690 befand sich hier zunächst ein Bierausschank, der im 19. Jahrhundert um eine Brauerei ergänzt wurde. 1858 erwarb Georg Mathäser das Brauhaus und stellte den Brauereibetrieb zunächst ein, nahm diesen 14 Jahre später jedoch wieder auf. Nach seinem Tod übernahm seine Frau und ließ das Gebäude schließlich neu bauen.
Die Löwenbräu AG erwarb das Mathäser 1907 und baute diesen weiter aus, sodass er über drei Bierhallen, einen Festsaal und einen Biergarten verfügte. Acht Jahre später wurde der Brauereibetreib erneut eingestellt, dieses Mal endgültig. Zum Ende des Ersten Weltkrieg avancierte das Mathäser zum Hauptquartier der Münchner Revolutionsbewegung, da es viel Platz bot und zentral gelegen war. Nach dem Scheitern der Revolution nahm es wieder seine eigentliche Rolle als Gastbetrieb ein.
Im Zweiten Weltkrieg fiel der Mathäser-Bau den Luftangriffen der Alliierten zum Opfer und ein Wiederaufbau erfolgte erst 1957. Das Megaprojekt umfasste die damals namensgebende Mathäser Bierstadt mit 16 unterschiedlichen Lokalen, einer Einkaufspassage und dem Filmpalast. Er verfügte über die damals größte Kinoleinwand Deutschlands, die 8,5 auf 21 Meter maß. Da es sich über all die Jahre um Münchens größtes Kino handelte und handelt, fanden hier auch immer wieder Premieren mit rotem Teppich statt. Der Festsaal war außerdem Schauplatz des Deutschen Filmballs, der heute im Bayerischen Hof abgehalten wird.
Das neue Mathäser und das drohende Ende

Ende der 1990er stellten die Bierstadt und das Kino seinen Betrieb ein und das Gebäude wurde abgerissen und neugebaut. 2003 fand die Wiedereröffnung statt und der Mathäser-Filmpalast erwachte als Multiplex-Kino mit insgesamt 14 Sälen wieder zum Leben. Es war das erste Kino in Deutschland, das ein Dolby Cinema installierte und es handelt sich nach wie vor um das einzige in München.
Das Mäthäser hat im Laufe der Jahre viele Wandlungen durchlebt und das Gebäude ist mehrere Male abgerissen und neugebaut worden. Ein weiterer Abriss könnte nun bevorstehen, da ein Investor neue Pläne hat. Er möchte ein neues Gebäude errichten lassen, das Büros, Wohnungen, Geschäfte und kulturelle Einrichtungen in sich vereinen soll, um das südliche Bahnhofsquartier zu beleben.
Der Antrag auf Vorbescheid liegt der Lokalbaukommission bereits vor. Da es sich bei dem Mathäser umd das größte und umsatzstärkste Kino Münchens handelt, wäre dieser Schritt ein nicht zu unterschätzender Einschnitt in die Kulturszene der Stadt und der gesamten deutschen Kinolandschaft.