Viele prominente Persönlichkeiten lebten im Lauf der Jahre in München und hinterließen ihre Spuren in der Stadt. Sei es Arnold Schwarzenegger, der hier einem Fitnessstudio zu Ruhm verhalf, oder Albert Einstein, der die Elektrik im Schottenhamelzelt einrichtete. Auch Frauen prägten die Münchner Stadtgeschichte nachhaltig, wie die einflussreiche Prinzessin Adelheid, deren Herzkabinett ihr heute noch in der Residenz besuchen könnt. Doch kaum eine erzeugte so viel Wirbel wie die berühmt-berüchtigte Lola Montez, die München zwei Jahre lang in Atem hielt.
Die irische Tänzerin und der bayerische König

Lola Montez kam am 17. Februar 1821 als Elizabeth Rosanna Gilbert in Irland zur Welt. Mit 21 Jahren kam sie nach London, wo sie die spanischen Tänze und die Sprache erlernte und sich daraufhin Maria de los Dolores Porrys y Montez, kurz Lola Montez, nannte. Sie gab sie als Tänzerin aus Sevilla aus, konnte den Schein jedoch nicht lange aufrecht erhalten, weshalb sie kurzerhand das Land verließ. Sie reiste durch ganz Europa und ging zahlreiche Affären mit den Adeligen des Kontinents ein. Schließlich ließ sie sich 1846 im Bayerischen Hof nieder und wollte als Tänzerin anheuern, doch man verwehrte ihr diesen Wunsch.
Lola wandte sich an den bayerischen König Ludwig I., der sie empfing und ihr Auftritte am Hof- und Nationaltheater verschaffte. Die junge Frau wurde zur Geliebten des 60 Jahre alten Königs, der eigens für sie sein Testament änderte, um sie mit Gulden zu bedenken. Darüber hinaus schenkte er ihr das Palais Barer Straße 7. Seine Frau Therese missbilligte das Verhältnis und blieb ihrem Mann bei öffentlichen Auftritten fern. Er setzte dafür ein, dass sie die bayerische Staatsbürgerschaft erhielt und erhob sie zur Gräfin Marie von Landsfeld, was zu Unmut in der Bevölkerung sorgte. Sie war bekannt dafür, dass sie Zigarre rauchend mit ihrer Dogge Turk durch die Straßen spazierte, was für eine Frau als unschicklich galt. In der Wahrnehmung der Münchnerinnen und Münchner war sie arrogant und ordinär, ihre Beziehung zum König ein Skandal.
Lola Montez‘ Flucht aus München

Lole schuf sich eine eigene Leibgarde aus einem studentischen Corps, das sie nur für diesen Zweck gründete. Diesen nannte sie „Alemannia“ und wurde bald zum Gespött der anderen Corps, sowie der restlichen Münchner Bevölkerung. Im Februar 1848 wurde Lola Montez Opfer von öffentlichen Anfeindungen und Handgreiflichkeiten auf dem Odeonsplatz, woraufhin Ludwig I. die Universität schließen ließ. Es kam zu Aufständen vonseiten der Studenten, welche zusammen mit anderen Bürgern vor die Residenz zogen. Die Universität wurde wieder geöffnet und Lola der Stadt verwiesen. Sie verließ München über Schloss Blutenburg und Lindau Richtung Schweiz.
Am 16. März verkündete Ludiwg I., dass Lola Montez die bayerische Staatsangehörigkeit wieder entzogen werde. Vier Tage später dankte er im Zuge der Märzrevolution ab. Es gab Gerüchte, dass Lola nach München zurückgekehrt und dies der Grund für seine Abdankung sei. Sie tauschten auch nach ihrer Flucht weiterhin Briefe aus, bis sie einen anderen Mann heiratete, den sie aber alsbald wieder verließ. In den 1850ern wanderte sie schließlich in die USA aus und spielte sich selbst am Broadway in „Lola Montez in Bavaria“. Sie starb im Alter von gerade einmal 39 Jahren in New York.
Ihre Geschichte inspirierte viele Kreativschaffende, die den Stoff zu Filme, Theaterstücken und Lieder verarbeiteten. Sie selbst schrieb in ihren Memoiren: „Ich habe den Frauen gezeigt, daß, – wenn sie verständen, die Schwächen der Männer zu nützen, sie überall aufhören würden, das schwache Geschlecht zu sein. […] Der Ruf einer Frau ist oft weiter nichts, als der Widerhall der Bosheit jener Männer, welche die Frauen so gern schwach und schlecht sehen und hinterher eine moralische Entrüstung heucheln. Ihr habt gar kein Recht, über die Tugend einer Frau den Stab zu brechen, – solange ihr nicht strenger gegen euch selbst seid.“