Ein bisschen Romantik mitten in München gesucht? Davon bietet die bayrische Landeshaupt mehr als genug! Abgesehen von den besten Date-Ideen sind auch einige malerische Burgen in der Region zu finden. Dazu gehört mit der längsten Burg der Welt sogar ein Weltrekord. Aber auch mitten in München selbst liegen die romantischsten Burgen – und wir meinen nicht das altbekannte Schloss Nymphenburg, sondern reden von der verwunschenen Blutenburg.
Sie befindet sich abseits der großen Touristenströme im Münchner Stadtteil Obermenzing direkt an der Würm. Umgeben vom ruhigen Grün am Ufer des Flusses liegen auch einige gemütliche Spaziergänge direkt an der Blutenburg. Ein Besuch hier fühlt sich wie eine Zeitreise an: Die mittelalterliche Burg mit ihren fünf kleinen Türmen, das wuchtigen Herrenhaus und die spätgotischen Schlosskapelle wirken wie direkt aus einem Film entsprungen. Und das tut auch ihre Geschichte.
Die tragische Geschichte der Blutenburg
Die Blutenburg blickt auf eine vergleichsweise ruhige Geschichte zurück. Als mittelalterliche Wasserburg wurde sie erstmals 1432 schriftlich erwähnt. Hier wurden keine blutigen Kämpfe geführt: Vor allem durch Herzog Albrecht III. war als Jagd- und Landsitz bekannt. Der wuchtige Torbau, die massiven Wehrmauern und das Herrenhaus prägen bis heute das malerische Ensemble. Prägend ist darüber hinaus die spätgotische Schlosskapelle aus dem Jahr 1497: Sie gehört zu den schönsten spätgotischen Sakralbauten im süddeutschen Raum. Die original erhaltene Innenausstattung beinhaltet sogar Meisterwerke des Malers Jan Polack.

Aber vor allem bekannt wurde die Blutenburg durch ihre dramatische Liebesgeschichte: Sie diente Herzog Albrecht III. als Rückzugsort für ihn und seine berühmte Geliebte Agnes Bernauer. Als Tochter eines Baders aus Augsburg war sie eine Frau aus der unteren Volksschicht. Das konnte den Herzog und designierten Thronfolger im Herzogtum Bayern München aber nicht von seiner Liebe abhalten: Heimlich heirateten die beiden.
Der Vater von Herzog Albrecht III. sah darin aber einen schweren Verstoß gegen die Ständehierarchie des Mittelalters. Die Versuche, seinen Sohn von seiner Geliebten abzubringen scheitern. Daher griff er zu anderen Methoden: Am 12. Oktober 1435 wurde in der Donau bei Straubing eine junge Frau ertränkt. Ihr Name: Agnes Bernauer.
Durch diese tragische Romanze wird das Schloss von einigen bis heute das „letzte echte Märchenschloss Münchens“ genannt. Die Liebe der beiden inspirierte später zahlreiche Künstler*innen. Nach dem Tod des Herzogs blieb Blutenburg zumeist in fürstlichem Besitz, diente später als Jagdschloss und wurde nach mehreren Besitzerwechseln ab dem 18. Jahrhundert zunehmend für kulturelle Zwecke genutzt. Die tragische Lebens- und Liebesgeschichte ist heute noch Grundlage für die Agnes-Bernauer-Festspiele statt.
Eine weitere „unendliche Geschichte“ der Burg: Das Michael-Ende-Museum

Nicht nur wegen der fürstlichen Romanze ist die Blutenburg bekannt. Im Dachgeschoss des sogenannten Bücherschlosses ist seit 1998 das Michael-Ende-Museum untergebracht. Hier könnt ihr komplett in das Leben und Werk des weltweit berühmten Autors eintauchen. Die Ausstellung präsentiert nicht nur zahlreiche Erstausgaben in über 40 Sprachen, sondern auch Typoskripte, Briefe, persönliche Möbelstücke, private Fotos sowie Kuriositäten aus dem Alltag von Michael Ende.
Wer durch die Vitrinen streift, findet viele Gegenstände aus dem Nachlass des Autors. Dazu gehören seine markante Brille, eine Steinschleuder aus Kindertagen oder seltene Illustrationen. Michael Endes zweite Ehefrau Mariko Sato übergab einen Großteil seines Nachlasses der Internationalen Jugendbibliothek, die den Grundstein für dieses kleine, aber feine Museum legte. Wer nach der tragischen Geschichte des Herzogspaares einen Einblick in die „unendliche Geschichte“ erfahren möchte, ist in der Blutenburg genau richtig.