An manchen Orten herrscht das ganze Jahr über Weihnachten, wie beispielsweise im Weihnachtsladen der Käthe Wohlfahrt in Rothenburg ob der Tauber oder im ebenfalls dort ansässigen Weihnachtsmuseum. Ein ebensolcher Ort ist auch das Haus von Josef Kardinal in Franken. Der Nürnberger hat nun zum wiederholten den Guinness World Record für die größte Schneekugelsammlung der Welt für sich beanspruchen können. Das steckt hinter seiner Leidenschaft.
Ein einfaches Geschenk als Katalysator

Den Rekord für die größte Feuerzangenbowle der Welt teilt sich Nürnberg mit München; Heimat der größten Schneekugelsammlung zu sein, darf die Frankenstadt hingegen für sich alleine beanspruchen. Und welcher Ort wäre auch passender, als das Zuhause des berühmtesten Weihnachtsmarkt weltweit? Hier wohnt Josef Kardinal mit seiner Frau und seinen mehr als 11.000 Schneekugeln.
Alles begann 1984 mit einem kleinen Souvenir: Josef bekam seine erste Schneekugel geschenkt und platzierte sie auf seinem Klavier. Weitere solcher Geschenke kamen hinzu und allmählich fing Josef an, sich im Urlaub selbst welche zu kaufen. Ehe er sich versah, war er Besitzer von 200 Schneekugeln, woraufhin er den Beschluss fasste, seine Sammlung weiter auszubauen. Bis 1999 hatte er beachtliche 4.820 zusammen und erhielt das erste Mal den Weltrekord für die größte Schneekugelsammlung vom Rekordinstitut Deutschland. Der erste Guinness World Record folgte 2002 – bis dahin waren es über 6.100 Schneekugeln.
Einzigartigkeit in einer Glaskuppel
Dieses Jahr konnte Josef den Guinness World Record erneut für sich beanspruchen. Mittlerweile besitzt er stolze 11.017 Schneekugeln aus der ganzen Welt, eine davon einzigartiger als die andere. Seine 10.000 Schneekugel ist eine Sonderanfertigung eigens zu diesem Anlass, die ein Bild von Josef und die Zahl 10.000 zeigt. In einer anderen befindet sich ein Abbild seines Hauses. Aber er hat noch viele weitere besondere Stücke, die nicht nur verträumte Landschaften und Weihnachtszenen im Schneegestöber zeigen, sondern zu bestimmten Fandoms gehören oder besondere Formen haben.
So besitzt er z. B. ein Coca-Cola-Telefon, dessen Hör- und Sprechmuschel Schneekugeln sind, oder einen Helikopter, in dem es schneit, und der vom Weihnachtsmann persönlich geflogen wird. Josef hat auch Schneekugeln zu Star Wars, Herr der Ringe, Harry Potter und sogar eine zu Taylor Swift zu ihrem Album „The Torutred Poets Department“. In dieser fliegen kein Schnee oder Glitzer, sondern beschriebene Seiten umher, wenn man sie schüttelt. Seine älteste ist von 1889 und zeigt den Eifelturm in Paris.
Jede neue Kugel wird von Josef feierlich auf seinem Klavier platziert, bevor sie irgendwann zu den anderen in die Sammlung kommt. Denn hier hat alles seinen Anfang genommen, als er seine erste Schneekugel darauf abstellte. Sehr viel Platz für neue Kugeln hat Josef in seinem Haus jedoch nicht mehr. Er schätzt, dass die Grenze bei etwa 12.000 erreicht sein wird. Auf die Frage, was ihn an den Objekten fasziniert, antwortet er, dass es die heile Welt ist, die in den Kugeln abgebildet wird. Außerdem falle in Nürnberg wenig Schnee, sodass er ihn stattdessen in seiner Sammlung betrachten kann. 2016 stellte er einige seiner Exemplare dem Museum Viadrina für deren Sonderausstellung „Winter im Glas: Schneekugeln“ zur Verfügung. Wer weiß, vielleicht könnt ihr eines Tages Josefs Kulgen wieder live im Museum erleben.