In Bayern findet ihr viele schöne Altstädte die einen Tagesausflug wert sind, sei es das vielfältige Füssen oder das mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber. Oftmals müsst ihr von München aus jedoch Fahrzeiten von mehr als zwei Stunden für einen Weg in Kauf nehmen, was mühsam werden kann. Dabei ist es gar nicht zwingend nötig, lange Strecken auf sich zu nehmen, um beschauliche Städtchen besichtigen zu können. Wir haben so manches malerische Örtchen direkt vor der Nase, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Freising ist ein Beispiel für so eine Stadt, die nur eine S-Bahn-Fahrt entfernt liegt und trotzdem nicht von jedem Beachtung findet. Dabei ist ein Tagestrip hierher in jedem Fall lohnenswert.
Die Domstadt an der Isar

Der Dom St. Maria und St. Korbinian, auch Mariendom genannt, ist das Wahrzeichen von Freising und thront auf dem Gelehrtenberg über der Stadt. Er gilt heute als Symbol für Freisings frühere kulturelle und geistliche Blütezeiten. Im Mittelalter avancierte die Stadt zum kulturellen, künstlerischen und religiösen Zentrum Altbayerns, weshalb sie auch den Spitznamen „das Herz von Altbayern“ trägt. Der romanische Bau erhielt ein Rokoko-Makeover durch die Künstlerbrüder Asam und schindet sowohl von Außen als auch von Innen mächtig Eindruck. Hier wurde der ehemalige Papst Benedikt, der aus Freising stammte, zum Priester geweiht.
Neben dem Dom auf dem Gelehrtenberg ist Freising auch für das Benediktinerkloster auf dem Weihenstephaner Berg. Dieses beheimatet die älteste Brauerei der Welt, die heute noch immer aktiv ist. Zeitgleich ist sie wohl auch die modernste, da man hier in Zusammenarbeit mit der TUM innovative Brautechniken entwickelt. Hinter dem Kloster entdeckt ihr bei freiem Eintritt auf 5 Hektar den Sichtungsgarten Weihenstephan, der sich im Frühling in ein Blumenmeer verwandelt. Wer sich nach noch mehr Natur sehnt, besucht den Weltwald bei Freising, in dem ihr neben exotischen Bäumen auch die Kirche St. Clemens vorfindet.
Freising und der Bär

Bevor ihr Freising für den Weltwald wieder verlasst, solltet ihr vorher aber unbedingt einen Spaziergang durch die Altstadt unternehmen. Hier reihen sich die bunten Bürgerhäuser entlang der Marktstraße aneinander und zeigen Elemente der Gotik, des Barocks und des Rokokos. Im Zentrum befindet sich der Marienplatz und das Rathaus, dessen Glockenspiel täglich um 11:55 Uhr und 16:55 Uhr eine Melodie des Freisinger Komponisten Philipp Weigl spielt.
Außerdem werdet ihr in der Stadt immer wieder einem Bären begegnen. Berlin ist nicht die einzige Stadt, die das Tier im Wappen trägt; auch in Freising ziert er das Stadtwappen. Der Legende zufolge ist der Heilige Korbinian auf seiner Reise nach Rom von einem Bären angefallen worden. Der Bischof setzte sich erfolgreich zur Wehr und befahl dem Raubtier, sein Hab und Gut bis nach Rom zu tragen. Dieses gehorchte und ist seither das Symbol der Stadt. Bei eurem Besuch solltet ihr also die Augen offen halten und schauen, wie oft ihr den Braunbären entdecken könnt.