Wenn wir über Schlösser reden, habe wir rund um München die Qual der Wahl. Der Bayernkönig Ludwig hat sich nichts nehmen lassen und einige von Deutschlands prächtigsten Märchenschlössern in der Region aufstellen lassen. Aber an eines kommen sie dennoch alle nicht heran. Richtig, wir reden von dem wohl bekanntesten Prachtgebäude Deutschlands, das schon etliche Märchen und Träumer:innen inspiriert hat: Das Schloss Neuschwanstein.
Es ist der Inbegriff des romantischen Schlosses und eines der berühmtesten Wahrzeichen Deutschlands. Zwar nicht direkt bei München gelegen, thront es aber über Hohenschwangau bei Füssen im bayerischen Allgäu. Jährlich zieht es Millionen von Besucher:innen aus aller Welt an und auch ihr solltet es euch nicht entgehen lassen.
Ein Rückzugsort für den Märchenkönig

Wir wissen es schon: König Ludwig war ein absoluter Schloss-Fan. Auch Neuschwanstein geht auf seinen Wunsch nach Prunk und Protz zurück. Nachdem er 1864 mit nur 18 Jahren den Thron bestieg, ließ er nur fünf Jahre später den Grundstein für das Schloss Neuschwanstein legen. Er wollte eine „ideale Burg“ im Stil des Mittelalters errichten, die als privater Rückzugsort dienen sollte.
Erst 15 Jahre nach Baubeginn war das Schloss langsam bewohnbar. Von den geplanten über 200 Zimmern wurden nur 15 Räume komplett fertiggestellt. Ludwig zog 1884 ein, lebte dort aber insgesamt nur 172 Tage. Auch wenn er das Schloss als Privatgebäude nutzen wollte, änderte sich das schnell. Nur sieben Wochen nach dem Tod des menschenscheuen Königs wurde es für das Publikum geöffnet – vor allem, um mit den Eintrittsgeldern die enormen Schulden des Königs abzubezahlen.
Heute können wir so sehen, wie weit die Bauarbeiten zu Zeiten von König Ludwig kamen. Im Thronsaal fehlt ironischerweise der Thron selbst. Die anderen Innenräume sind fast ausschließlich mit Szenen aus den Opern von Richard Wagner dekoriert, der auch das UNESCO-Gebäude in Bayreuth mitprägte. Und warum nicht auch eine Grotte mitten in ein Gebäude platzieren? Zwischen Wohn- und Arbeitszimmer ließ der König eine künstliche Tropfsteinhöhle mit farbiger elektrischer Beleuchtung und einem Wasserfall errichten.
Vom Privatgebäude zum meistbesuchtesten Schloss Deutschlands

Neuschwanstein ist ein echtes Märchenschloss, daran macht der Anblick auf dem Felsen vor der Kulisse der Alpen keinen Zweifel. Die berühmte Brücke über der Pöllatschlucht, von der fast alle Touristenfotos stammen, wurde nach Ludwigs Mutter, Königin Marie, benannt. Das Schloss diente sogar als direkte Inspiration für das Dornröschen-Schloss in Disneyland! Diese Verbindung hat es fest in der globalen Popkultur verankert.
Das Schloss, das als einsame Festung gegen die Welt gedacht war, wurde so zum meistbesuchten Gebäude Bayerns. Ihr könnt es nur mit einer gebuchten Führung besichtigen, die Termine dazu findet ihr direkt auf der Website. Reserviert frühzeitig, denn die Tickets sind schnell ausverkauft. Im Sommer finden gelegentlich exklusive Open-Air-Klassikkonzerte statt. Schloss Neuschwanstein lässt sich schwer vergleichen – es ist eine direkte Hommage an eine verklärte Sicht auf das Mittelalter und zu Recht ein UNESCO-Welterbe.