Wenn es euch aus München heraus aufs Land zieht, dann bietet euch Bayern zahlreiche Möglichkeiten zum Besuch malerischer Dörfern, umgeben von abwechslungsreichen Landschaften. Gerade im Allgäu liegt eine Gemeinde neben der nächsten und lädt zu einem Tagesausflug oder einem Kurztrip über das Wochenende ein. Hier könnt ihr nicht nur das berühmte Schloss Neuschwanstein besuchen, sondern auch weniger bekannte (und intakte) Anlagen, wie die Burg Falkenstein bei Pfronten.
Berg- und Burgromantik

Hügel und Berge umgeben die 13 Gemeindeteile Pfrontens, von welchen ihr einen herrlichen Blick über das Allgäu genießt. Auf einem dieser Berge steht die Burg Falkenstein, die als höchstgelegene Burganlage Deutschlands gilt. Sie liegt in 1.268 Metern Höhe auf dem Falkensteinkamm und wurde nach Ende des 30-jährigen Kriegs aufgegeben. 1883 erwarb König Ludwig II. die Anlage und wollte diese zu einer Art zweitem Neuschwanstein ausbauen lassen, wozu es jedoch nie kam.
Heute könnt ihr die Ruine besuchen und im nahegelegenen Burghotel übernachten. Von hier könnt ihr Wanderungen zu den anderen Berggipfeln unternehmen und die Aussichten bewundern, z. B. vom Breitenberg oder der Hochalpe. Den Breitenberg erreicht ihr von Steinach aus auch mit der Breitenbergbahn. Im Winter könnt ihr im Gebiet der Hochalpe Skifahren oder rodeln.
Die „Mächler“ von Pfronten

Anders als in anderen Orten Deutschlands waren die Menschen in Pfronten im Mittelalter keine Leibeigene oder unterlagen sonstigen Zünften. Sie konnten sich frei entfalten und das taten sie auch. Die Handwerker, Tüftler und Künstler übten sich u. a. in der Feinmechanik oder in Reparaturen und erhielten den Spitznamen „Mächler“. Noch heute sind sie aktiv und laden euch in ihre Werkstätten, um ihre Handwerkskunst zu bewundern und in Workshops selbst aktiv zu werden. Erfahrt mehr über die Bändelteppiche, Haflerschuhe oder das Glasperlendrehen.
Pfronten ist außerdem ein staatlich anerkannter Luftkurort und eignet sich damit ideal für eine Auszeit. Lernt auf einer Wanderung mit Führung mehr über die Historie des Orts oder besucht eine der zahlriechen Kirchen, wie etwa die Pfarrkirche St. Nikolaus. Mit ihren detaillierten Fresken und dem hohen Turm bietet sie sowohl innen als auch außen etwas fürs Auge. In der Gottessackerkirche wiederum findet ihr einen Totentanzzyklus mit 36 Farblithographien. Hölzerne Bauernhäuser wie die Villa Godonkel oder das Heimathaus prägen die Gemeinde optisch und verleihen ihr einen ländlichen Charme. In der Villa Godonkel befindet sich heute eine Ausstellung zur Heimatgeschichte von Pfronten.
Pfronten als Drehort
Die Allgäuer Gemeinde war 1968 Kulisse für den US-amerikanischen Film „Gesprengte Ketten“ mit Steve McQueen in der Hauptrolle. Große Teile des Films entstanden in den Bavaria Filmstudios, den Schlussteil drehte man jedoch zusammen mit der lokalen Bevölkerung im Allgäu, u. a. in Pfronten, in Füssen und in Hopfen am See. Ebenso spielt der Film „Hurra, die Schwedinnen sind da“ in Pfronten. Einige der Schauplätze, die ihr in diesem Streifen seht, existieren heute noch, darunter das Bavaria Hotel, in dem ihr bei eurem Besuch in der Gemeinde absteigen könnt.