München und Rockmusik? Das verbindet man eher nicht mit der Isarmetropole. Bayern ist berühmt für seine Oktoberfestkultur und schicken Nachtclubs, in die man eher nicht mit Turnschuhen kommt. Aber noch immer bietet München mehr als nur das: Alternative Orte wie der Bahnwärter Thiel sind über die Stadtgrenzen hinweg bekannt, das Blitz berüchtigt für seine herausragende elektronische Musik. Und auch unter Rock-Fans ist München ein Hotspot – oder vielmehr: war es einmal. Der Big Apple Club prägte die Rockkultur Deutschlands in den 60er und 70er Jahren wie kaum ein anderer.
Das Münchener Nachtleben vor rund 50 Jahren war kaum vergleichbar mit dem heutigen. Mitten in Schwabing befand sich das Zentrum der süddeutschen Beat- und Rockkultur: In der Leopoldstraße 25 lag der Big Apple Club. Benannt wurde der Nachtclub nach der gleichnamigen Diskothek in Berlin, in der vor allem Soul gespielt wurde. Das war zunächst auch in München der Fall, bevor sich der Club in einen Hotspot für Rockmusik verwandelte.
Wilde Zeiten in den „Swinging Sixties“
Im Big Apple Club traf man auf internationale Band und Promis. Mit der Zeit verwandelte sich die Discothek auch in einen Konzertsaal. Dafür wurden ganz einfach Biertische zusammengeschnürt und zu Bühnen umgebaut. Und wer darauf stand, konnte sich sehen lassen: The Yardbirds, The Animals und sogar auch Deep Purple spielten hier ihre Konzerte!
Im November 1966 schrieb der Big Apple Club Musikgeschichte. Denn der damals noch unbekannte Jimi Hendrix gab hier seine ersten Auftrittte in Deutschland. Und die Erfahrungen in der Discothek haben ihn geprägt: Als das begeisterte Publikum ihn von der Bühne ziehen wollte, zerbrach Jimi Hendrix beim Versuch zu entkommen seine Gitarre auf der Bühne. Die Zuschauer:innen nahmen es als Teil der Show war und wurden umso frenetischer. So wurde das Markenzeichen der Band geboren: Die Zerstörung seiner Gitarre.
Im Big Apple Club den Lauf der Welt erleben

Zu den Stammgästen im Big Apple Club gehörte auch Uschi Obermaier. Über die Diskothek sagte sie sogar:“Wenn ich einen Abend nicht im Big Apple war, dachte ich, ich hätte den Lauf der Welt verpasst.“ Sie lernte dort Jimi Hendrix kennen, mit dem sie eine Liebesaffäre begann.
Der legendäre Club wandelte sich so in einen echten Promi-Hotspot, wie es ihn auch heute noch an anderen Orten in München gibt. Nach 12 glanzvollen Jahren wurde der Big Apple 1975 aber geschlossen. Verschiedene gastronomische Konzepte probierten die Räumlichkeiten aus, beispielsweise das „Lacant“. Heute befindet sich dort der Mint Club.
