Der Starnberger See ist vor allem für eins bekannt: reiche Villen und ansehliche Segelboote. Aber rund um den See findet ihr auch ganz ungeahnte Landschaften, die sich perfekt für einen Tagesausflug eignen. Ganz vorne dabei ist das Leutstettener Moor. Es bietet euch Natur pur, römische Geschichte und etwas königliche Traditionen – ganz ohne die oft dazugehörigen Touristenmassen.
Eine mystische Moorlandschaft

Das Leutstettener Moor ist ein faszinierendes Relikt der Eiszeit und steht in einem ungewöhnlichen Kontrast zum geschäftigen Treiben am Seeufer. Es handelt sich um ein weitläufiges Niedermoor, das entstand, als der Starnberger See nach der letzten Kaltzeit verlandete.
Im Moos findet ihr eine mystische Landschaft aus Schilf, weiten Wiesen und seltenen Pflanzen. Erleben könnt ihr all das am besten auf den gut befestigten Wanderwegen, die in etwa zwei Stunden von Starnberg-Nord Richtung Leutstetten führen. Durchquert den Schilfgürtel auf schmalen Pfaden, die teilweise über Bohlenwege führen. Besonders im Herbst, wenn der Nebel über den Wasserflächen hängt, oder im Frühjahr, wenn die Vögel ihre Reviere markieren, entfaltet das Moos eine ganz eigene Magie.
Zwischen Schlossruinen und Königshäusern
Im Leutstettener Moor findet ihr nicht nur Natur, sondern auch einen besonderen Lost Place. Am Rande des Moores, versteckt im Wald, liegen die Ruinen einer Villa Rustica, eines römischen Gutshofes aus dem 2. Jahrhundert. Die Römer wussten schon vor fast 2.000 Jahren die Vorzüge dieser Gegend schätzten! Lange bestand der Gutshof aber nicht, denn der abgelegene Standort und der wenig ertragreiche Boden machten das Leben dort nicht unbedingt vorteilhaft.
Auch in Leutstetten selbst finden alle Geschichtsbegeisterten einen weiteren historischen Ort: das Renaissanceschloss Leutstetten aus dem 16. Jahrhundert. Bis heute ist es im Besitz der Wittelsbacher. Das Moos diente den Königen dieses Schlosses einst als Jagdrevier. Heute ist es im privaten Besitz, aber auch von außen schön anzusehen. Wer sich für das Innere interessiert: Die Filmdokumentation „Dohlensommer auf Schloss Leutstetten“ gewährt ein paar Einblicke.