Er ragt in 15 Metern Höhe über dem Englischen Garten auf und steht quasi stellvertretend für den gen größten innerstädtischen Park der Welt – der Monopteros. Wenn die Sonne ihre Strahlen auf München wirft, sammeln sich um ihn herum Einheimische wie Touristen gleichermaßen und abends wird er zu einem populären Sunset Spot. Doch obwohl die meisten von euch ihn sicherlich schon hunderte Male daran vorbeigelaufen sind, kennen wohl nur die wenigsten die Gesichte hinter dem Bauwerk.
Der griechische Tempel im Englischen Garten

Obwohl Münchens größter Park nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt ist, ist er ziemlich international: Ein Chinesischer Turm, ein japanisches Teehaus und ein griechischer Tempel sowie ein Amphitheater lassen sich hier finden. Bereits 1807 hatte der Gartengestalter Friedrich Ludwig Sckell die Idee zu einem Pantheon in München. Als sein Neffe Carl August diese Idee Ludwig I. vorschlug, der aus München ein Isar-Athen machen wollte, fiel diese auf fruchtbaren Boden. Diese beauftrage Leo von Klenze mit dem Entwurf des antiken Rundtempels, der diesen ab 1832 umsetzte.
Zunächst entstand ein 15 Meter hohes Fundament aus Backstein, das Carl August unter einem Hügel versteckte. Wie auch der Perlacher Mugl und der Olympiaberg ist der Hügel im Englischen Garten somit nicht echt. Der Monopteros entstand dann nach Klenzes Entwurf aus Kelheimer Kalkstein bis 1837 und verfügt über ein Kuppeldach mit detaillierten Verzierungen, das von zehn Säulen getragen wird. 16 Meter misst der Tempel selbst noch einmal in der Höhe und ist damit knapp größer als der Hügel, auf dem er thront. Im Laufe der Jahre kam es zu mehreren Sanierung, zuletzt von 2014 bis 2016. Damals fügte man Scheinwerfer hinzu, die den Monopteros im Dunkeln beleuchten.
Der Monopteros als Treffpunkt

In den 1960er Jahren suchten vermehrt Kleinkünstler und Hippies den Monopteros und die Schönfeldwiese auf. Was damals einerseits als Skandal in der Stadt galt, half München andererseits, sich als weltoffen und tolerant zu inszenieren. So wurde das Monopteros nicht nur zu einem beliebten Treffpunkt, sondern wurde auch ein Symbol für die Weltoffenheit der Isarmetropole. An seiner Beliebtheit als Sammelpunkt hat der Rundtempel bis heute nichts eingebüßt, eher im Gegenteil.
Alle Welt trifft sich unter seiner Kuppel oder zu Füßen seines Hügels auf der Wiesen, sei es um die Aussicht zu genießen, Volleyball zu spielen oder zusammen zu picknicken. Im Winter eignet sich der Hang wiederum wunderbar zum Rodeln. Heute versammelt sich die ganze Stadt hier und nicht mehr nur Münchens Alternativszene. So ist aus einem königlichen Tempel ein Ort für jedermann (und -frau) geworden.