Sie ist ein beliebter Spot für Schaulustige, Touristen und Surfer gleichermaßen: Die Eisbachwelle im Englischen Garten. Als sie im letzten Herbst plötzlich verschwunden war, standen die Stadt sowie die Surf-Community gleichermaßen vor einem Rätsel. Niemand schien recht zu wissen, wie man sie zurückbringen könnte, weil niemand wusste, wie genau die Welle ursprünglich entstanden war. In der Zwischenzeit kam so einiges ans Licht, über die Entstehungsgeschichte der Eisbachwelle, die heute zu Münchens ikonischsten Wahrzeichen gehört.
Der zufällige Surf-Spot

Obwohl die nächste Küste hunderte Kilometer entfernt liegt, sind Personen im Neoprenanzug mit Surfbrett kein ungewöhnlicher Anblick in München. Sie sind unterwegs zur Eisbachwelle, die Surferinnen und Surfer aus aller Welt anzieht, um auf dieser zu reiten. Nachdem sie letztes Jahr der großen Bachauskehr zum Opfer gefallen war, setzte man alles daran, sie wieder aufzubauen. Viele Nachforschungen wurden angestellt und man ging den Ursprüngen der Eisbachwelle auf den Grund. Denn so natürlich, wie manche annahmen, ist sie gar nicht.
In den 1970ern soll die Stadt München Betonblöcke im Eisbach versenkt haben, um dessen Strömung zu beruhigen. Je nach Fluss kam es so zu einer strömenden Welle, die sich an 20 bis 30 Tagen im Jahr aufbaute. Einer urbanen Legende zufolge hatte ein amerikanischer Soldat diese dann das erste Mal geritten, als er in München stationiert war, und somit das Eisbachsurfen erfunden. Als eigentlicher Vater der Welle, wie wir sie heute kennen, gilt jedoch Werner Strasser. Dieser installierte eine Metallschiene im Bachbett, welche die Welle stabilisierte. Somit hatte er auf Dauer einen ikonischen Surf-Spot geschaffen, der ursprünglich aus Versehen entstanden war.
Die Eisbachwelle heute

Im Laufe der Jahre folgten weitere Einbauten bis sich schließlich so viel Sediment abgelagert hatte, dass es diese nicht mehr brauchte. Die Eisbachwelle stand von alleine und erfreut sich weltweiter Bekanntheit. Sogar Jack Johnson und Garret McNamara wagten schon einen Ritt auf ihr. 2010 legalisierte die Stadt München das Surfen auf der Eisbachwelle, das zu diesem Zeitpunkt schon jahrzehntelang Tradition hatte. Nachdem sie heuer im Frühjahr wieder hatte aufgebaut werden können, wurde sie nach monatelanger Pause wieder freigegeben.
Wenn ihr selbst auf der Eisbachwelle surft, müsst ihr euch an die geltende Allgemeinverfügung halte. Das heißt, dass ihr nur zwischen 05:30 und 22 Uhr surfen dürft und dabei keine oder eine selbstöffnende Leash tragen solltet. Des weiteren sollten ihr euch nur dann ins Wasser wagen, wenn ihr geübte Srufer und Surferinnen seid und jemanden dabei habt, der euch vom Ufer aus beobachtet. Andernfalls lohnt sich ein Abstecher an der Eisbachwelle zum Zuschauen natürlich immer.