Trotz der vielen Berge in Bayern ist München selbst ziemlich flach. Und die wenigen Hügel, die es hier gibt, sind meistens nicht einmal natürlich, wie der Olympiaberg oder der Fröttmaninger Berg beispielsweise. Auch der Perlacher Mugl reiht sich in die Reihe der künstlichen Hügel Münchens ein. Unter ihm verbirgt sich jedoch nicht bloß Schutt, sondern eine alte Bunkeranlage aus dem Weltkrieg.
Naturidyll trifft auf dunkle Geschichte

Der Perlacher Mugl ist die einzige Erhebung im Perlacher Forst und sticht als solche markant zwischen den Baumkronen hervor, auch wenn er mit seinen 26 Metern nicht sonderlich hoch ist. Trotzdem ragt er über die umliegenden Bäume hinaus und ist ein beliebter Aussichtspunkt, um über den Wald zu blicken. Lange gibt es den kleinen Hügel noch nicht, er entstand erst in den 1970ern. Umso reicher ist die Geschichte des Orts, an welchem er sich heute befindet. Im 18. Jahrhundert befand sich hier eine Hirschbrunftwiese, ganz in der Nähe des Wittelsbacher Jagdschlosses „Rotes Haus“. Später stand an Stelle des Mugls das Haus des königlichen Wildwärters.
Während des Zweiten Weltkriegs entstand dann ein Bunker mit 25 Meter hohen Wänden, der der Flugabwehr diente. Die Münchner Bunkerfreunde sprechen sogar von einem Flakturm, offiziell gab es diese aber nur in Hamburg, Berlin und Wien. In den 1970ern erfolgte der Anschluss der Autobahn A995 an den Mittleren Ring und der Schutt der Bauarbeiten landete im Perlacher Forst beim Bunker. Daraus wurde schließlich der Perlacher Mugl, der unter sich einen Lost Place verbirgt, von dem die meisten Spaziergänger nicht ahnen.
Schöne Aussichten vom Perlacher Mugl

Der Perlacher Forst ist ein beliebter Ort für Spaziergänge und ideal, um ein bisschen vom Großstadttrubel abzuschalten. Wenn ihr hier unterwegs seid, solltet ihr unbedingt auch einen Abstecher zum Mugl machen. Dort oben erwartet euch ein Pavillon, der euch mehr über die Flora und Fauna des Walds verrät. Früher war der Perlacher Mugl ein beliebter Rodelhügel im Winter, doch mittlerweile ist er zu stark bewachsen, als dass ihr mit dem Schlitten noch durchkommen würdet.
Das Highlight ist aber natürlich die Aussicht, die bei gutem Wetter bis in die Alpen reicht. Sogar die Zugspitze und den Wendelstein bekommt ihr zu sehen! Auch der Sonnenuntergang lässt sich vom Perlacher Mugl aus gut bewundern. Und falls wieder einmal ein astronomisches Ereignis wie eine Eklipse oder ein Meteorschauer bevorsteht, seid ihr hier ebenfalls gut aufgehoben.