Im Altmühltal verbergen sich neben wunderschöner Landschaften auch bauliche Sehenswürdigkeiten, wie die Tatzelwurm-Brücke. Doch auch die Städte und Dörfer, die in dem Naturpark legen, bestechen durch architektonische Perlen und geschichtliche Besonderheiten. Besonders wichtig für die bayerische Kultur ist natürlich zweifelsohne das Bier, welches heute längst über die Ländergrenzen hinaus bekannt ist. Ein Meilenstein in der bayerischen Biergeschichte war die Eröffnung der Weißbierbrauerei in Kelheim, in der man bis heute noch das Getränk aus Weizen braut.
Über 400 Jahre Weißbiergeschichte

Bis 1548 war es in Bayern aufgrund des Reinheitsgebots verboten, Weizenbier zu brauen. Dann erhielt der Freiherr von Degendorf das Privileg, Weißbier zu brauen und die ersten Weißbrauhäuser entstanden. Das Geschlecht der Degendorfer starb über die Jahrzehnte aus, weshalb Maximilian I. das Privileg zufiel. Er ließ das Weiße Bräuhaus in Kelheim errichten, welches 1607 in den Betrieb ging und heute die älteste noch existierende Weizenbrauerei des Landes darstellt.
Seit 1928 befindet sich die Brauerei im Besitz der Familie Schneider und trägt seither auch den Namen „Schneider Weisse“. Die Familie ist mit ihren Brauhäusern auch in München mehrmals vertreten, wobei das Stammhaus in der Innenstadt im Tal liegt. Nach der Zerstörung der Münchner Produktionsanlagen im Zweiten Weltkrieg, verlagerte das Familie die eigentliche Brauerei nach Kelheim.
Mitten in der Altstadt liegt das denkmalgeschützte Gebäude, vor dem König Ludwig I. wacht, nicht zu verwechseln mit Ludwig dem Kelheimer. Dieser erblickte in Kelheim das Licht der Welt und hatte hier eine Residenz, fiel aber einem Anschlag auf der Kelheimer Brücke zum Opfer. In dieser Folge verlegten die Wittelsbacher die Residenz nach Landshut, wo Ludwig die Burg Trausnitz hatte errichten lassen.
Imposante Ruhmeshalle

Auch wenn ihr euch nicht für Bier begeistern könnt, lohnt sich ein Ausflug nach Kelheim. Über der Stadt ragt die kolossale Befreiungshalle auf dem Michelsberg auf, die Leo von Klenze entwarf. Der 45 Meter hohe klassizistische Rundbau bildet ein Achtzehneck, an welchem sich achtzehn 5,8 Meter hohe Statuen aufreihen. Ludwig I. gab sie in Auftrag, um an die siegreichen Schlachten während der europäischen Befreiungskriege zu erinnern. Heute kann die Halle von euch besichtigt werden.
In der Kelheimer Altstadt findet ihr neben dem Weißen Brauhaus noch weitere Sehenswürdigkeiten, wie die alten Stadttore und Überreste der ehemaligen Stadtbefestigung. Auch das alte und das neue Rathaus sowie der Herzogkasten sind einen Blick wert. Im Schlossweg findet ihr das Wittelsbacher Schloss, das die ehemalige Burg ersetzt und in dem heute das Landratsamt sitzt. Ein weiterer imposanter Rundbau ist der Schleiferturm, in dem Steine der alten Burg verbaut worden sind.
Mit Schiff und Radl voran

Kelheim liegt an der Donau und war einst eine wichtige Wasserroute, um Handel zu treiben. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal verband die Donau mit dem Main in Bamberg. Noch heute zeugt der Alte Kanalhafen davon. Auch wenn der Kanal selbst heute nicht mehr befahren wird, so könnt ihr euch trotzdem noch von Kelheim aus auf eine Donauschifffahrt begeben und nach Regensburg oder Riedenberg fahren. Ein absolutes Highlight ist aber der Donaudurchbruch, an der die Altmühl in die Donau mündet. An der Weltenburger Enge ragen Kalksteinwände aus dem Wasser und bilden eine faszinierende Felsenlandschaft. Oberhalb des Durchbruchs liegt das Kloster Weltenburg, das besuchen und in dessen Biergarten ihr einkehren könnt.
Seid ihr lieber mit dem Radl als mit dem Schiff unterwegs, solltet ihr das 24-Stunden-Rennen nicht verpassen. Seit 1997 findet dieses Radrennen in Kelheim statt und gilt als das älteste 24-Stunden-Rennen in Deutschland, das den Radsport auf die Straße gebracht hat. Jedes Jahr kommen Radsportler aus ganz Europa nach Kelheim, um daran teilzunehmen und sich zu messen. Dieses Jahr ist es vom 11. auf den 12. Juli wieder soweit, dass sich sie Athleten auf der 17 Kilometer langen Strecke messen.