Ob zu Geburtstagen, Volksfesten oder Hochzeiten: Tracht gehört in Bayern zu besonderen Anlässen einfach dazu. Egal was gefeiert wird, mit Dirndl und Lederhosen macht ihr fast nie etwas falsch. Dabei ist den meisten vermutlich nicht einmal bewusst, woher der Brauch um die traditionelle Kleidung eigentlich stammt und wie er sich entwickelt hat. Begebt euch auf die Spuren der bayerischen Trachtenbewegung auf einen Tagesausflug in diese kleine Stadt in Oberbayern, in der sich so manche Sehenswürdigkeit verbirgt.
Die Tracht als vergleichbar neue Erscheinung
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Anders als oftmals angenommen, ist sind Trachten keine historische Gewandung, sondern ein eher neues Phänomen. Als 1806 das Königreich Bayern entstand, einte die einzelnen Regionen wenig. Über die Trachten-Tradition wollten die Wittelsbacher eine gemeinsame Identität stiften. Maximilian II. förderte die angeblich ländlichen Kleidungsstücke, um das Nationalgefühl zu stärken. Tatsächlich trugen Männer Lederhosen vor allem auf der Jagd und das Dirndl entsprach der Sommerkleidung der Städterinnen, wenn diese auf dem Land Urlaub machten.
Trotzdem fand die Initiative Anklang und am 04. April 1859 erfolgte die Anmeldung der „Gesellschaft Gemüthlichkeit“ in Miesbach. Diese war der Vorläufer des ersten Miesbacher Trachtenvereins und kümmerte sich als erste um die Erhaltung der Trachtenkultur. Das war die Geburtsstunde des Brauchs, wie wir ihn heute kennen. Infolgedessen gewann auch die Miesbacher Tracht an Bedeutung und verbreitete sich in ganz Bayern. Sie ist das Vorbild für die Dirndl und Lederhosen, wie wir sie heute in ganz Bayern tragen und wie sie weltweit bekannt sind.
Sehenswertes Miesbach

Miesbach ist vor allem für die Trachtenbewegung bekannt, doch ihr könnt auf eurem Besuch so viel mehr entdecken. Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gässchen lädt zum Spazieren ein und bietet gleich mehrere Plätze zum Verweilen. Am Marktplatz ragt der Maibaum empor und am Marienplatz die namensgebende Marienstatue. Auf dem Stadtplatz entdeckt ihr den Michaelbrunnen, der an die Sendlinger Mordweihnacht erinnert und der den Heiligen Michael mit erhobenem Schwert zeigt.
Im Heimatmuseum findet ihr die Gotzinger Trommel, die ein Überbleibsel besagter Weihnacht ist, in der sich die Bauern erhoben. Miesbach hat auch zwei Schlösser sowie mehrere Kirchen und ein ehemaliges Kloster. Die Innenstadt befindet sich auf drei unterschiedlichen Flussterrassen, was dazu führt, dass sie auf unterschiedlich hohen Ebenen liegt. Generell ist Miesbach mit ca. 700 Meter eine der höchstgelegenen Kreisstädte Deutschlands.
Besonders sehenswert ist die Stadt vor allem während der Festlichkeiten. Dann treten die Trachtenvereine auf den Plan und ihr könnt die Tradition hautnah erleben. Und natürlich könnt ihr euch auch selbst eine original Miesbacher Tracht kaufen. Von München nach Miesbach benötigt ihr sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug ca. 45 Minuten.