Als katholisches Bundesland kann Bayern sich mit so mancher eindrucksvollen Kirche schmücken. In München selbst gilt die Frauenkirche als das Wahrzeichen schlechthin und die prunkvolle Asamkirche in der Sendlinger Straße ist auf Social Media ein Hit. Die Gebrüder Asam wirkten aber nicht nur in München, sondern auch in anderen Städten Bayerns. So waren sie an der Ausstattung der Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt beteiligt, welche man nach den Plänen von Giovanni Antonio Viscardi erbauen ließ. Ein Besuch bei dieser imposanten Kirche ist ein Muss für alle Barockliebhabenden.
Ein Juwel des Barocks

Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt ist Teil des Zisterzienklosters in Fürstenfeldbruck und sticht mit seinem 70 Meter hohen Turm schon von Weitem ins Auge. Das 1263 gegründete Kloster erhielt Ende des 17. Jahrhunderts eine barocke Neugestaltung, mit der man Giovanni Antonio Viscardi beauftragte. In diesem Zuge fand auch der Neubau der Klosterkirche ab 1700. Seit der Barockisierung trägt die gesamte Anlage den Spitznamen “bayerischer Escorial”, da es an die Schloss- und Klosteranlage San Lorenzo de El Escorial in Spanien erinnert. Dabei gilt vor allem die Kirche St. Mariä Himmelfahrt als einer der bedeutsamsten Bauten des süddeutschen Barocks.
Kurz nach Baubeginn kam es zu einer Pause, die bis nach Viscardis Tod 1713 andauern sollte. Schließlich übernahm Johann Georg Ettenhofer und trieb die Bauarbeiten weiter voran. Nach Beendigung maß die Kirche 87 Meter in der Länge und 43,5 Meter in der Breite. Das Gebäude ragt eindrucksvoll vor euch auf und verfügt bereits von Außen über viele verspielte Details. Der Chor hebt sich kreisrund vom ansonsten eckigen Bau ab, der toskanische, ionische und korinthische Säulen aufweist. Sobald ihr euch vom Äußeren der St. Mariä Himmelfahrt losreißen könnt, solltet ihr unbedingt einen Blick in das Innere werfen.
Ausstattung der St. Mariä Himmelfahrt

Während der Bau außen 1747 fertiggestellt wurde, dauerte es beinahe zwei weitere Jahrzehnte, bis auch die Ausstattung innerhalb komplett war. Die Gebrüder Asam zeichneten sich für die Deckenfresken und die Altäre inklusive des Hochaltars verantwortlich. Jeder Quadratzentimeter der Klosterkirche ist reich verziert. Detaillierte Bemalungen, Stuckverzierungen, Goldelemente und figürliche Darstellungen verteilen sich über den gesamten Innenraum. Um möglichst viele Details wahrnehmen zu können, bucht ihr euch am besten eine Führung durch die St. Mariä Himmelfahrt.
Von Mai bis September steht euch mittwochs bis sonntags der gesamte Kirchenraum zur freien Besichtigung offen. Kommt ihr an einem anderen Tag, so habt ihr zumindest die Möglichkeit durch das Gitter hineinzublicken. Des weiteren finden an Sonn- und Feiertagen Gottesdienste und abendliche Messen statt. Bei eurem Besuch im bayerischen Escorial könnt ihr außerdem noch einen Abstecher in das Museum der Stadt Fürstenfeldbruck machen, das in der ehemaligen Klosterbrauerei untergebracht ist. Hier erfahrt ihr mehr über die Geschichte des Klosters und dessen Kirche St. Mariä Himmelfahrt.
📍 Ort: Fürstenfeld 7, 82256 Fürstenfeldbruck
📅 Termine: Mai bis September
🕑 Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr