Bayern kann sich mit zahllosen alte Städten rühmen, deren Besuch euch auf eine Reise durch die deutsche Geschichte nimmt, wie Rothenburg ob der Tauber, Augsburg oder Donauwörth. Die älteste Stadt unserer Nation liegt jedoch nicht in unserem Bundesland, sondern in Rheinland-Pfalz – zumindest bisher. Etwa zwei Stunden von München entfernt liegt eine Stadt, die nun von sich behauptet, noch älter zu sein als Trier.
Die neue älteste Stadt Deutschlands?

Kempten gilt seither jeher zusammen mit anderen Städten wie Augsburg, Worms oder Trier als eine der ältesten Städte Deutschlands, wobei letztere sich bisher als die älteste bezeichnen durfte. Diesen Titel möchte Kempten ihr nun streitig machen. Es sei zwar nicht die älteste schriftlich erwähnte Stadt Deutschlands, aber neue Ausgrabungen deuten daraufhin, dass Kempten bereits vor Trier besiedelt worden sei. Die Trierer sehen dies gelassen und halten nach wie vor mit Überzeugung an ihrem Superlativ fest.
Die Forschenden, die sich mit den Ausgrabungen befassen, sehen bisher keine eindeutigen Evidenzen, die klar auf die eine oder auf die andere Stadt als die älteste hindeuten würden. Beide Städte sind einige Jahre vor der Geburt Christus entstanden und können sich so mit einer mindestens 2.000-jährigen Geschichte rühmen. Kempten muss sich also noch ein bisschen in Geduld üben, bis es sich offiziell diesen Titel verleihen darf – oder auch nicht.
Kempten: Mit und ohne Titel sehenswert

Ob Kempten die älteste Stadt Deutschlands ist oder nicht, sollte für euren Besuch keine Rolle spielen. So oder so hat der Ort viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten zu bieten. Er vereint praktisch jeden Architekturstil in sich, von Gotik über Barock und Rokoko bis hin zu modernen Bauten ist hier alles vertreten. Auf einem Hügel nahe der Altstadt findet ihr die Ruinen der Burghalde, in denen sich das Burgenmuseum befindet. Bei schönem Wetter sitzt ihr hier gemütlich im Biergarten oder ihr unternehmt eine Führung durch den Duftgarten. Quasi gegenüber von der Burghalde, auf der anderen Seite der Iller, genießt ihr die Natur im Landschaftspark Engelhalde.
Im eigentlichen Stadtkern bewundert ihr das Kemptener Rathaus mit zugehörigem Brunnen. Der Treppengiebel mit Zwiebeldach erhebt sich hoheitlich über den Rathasuplatz. Kempten verfügt wie München über eine barocke Residenz mit Hofgarten, deren prunkvolle Räume ihr bei einer Führung entdecken könnt. Darüber hinaus befindet sich hier die ehemalige Orangerie im klassizistischen Stil, die heute die Stadtbibliothek beherbergt. Kempten beherbergt auch zahlreiche Kirchen, deren Türme das Stadtbild prägen, darunter sie Basilika St. Lorenz und die Maria-Himmelfahrt-Kirche, sowie die Kirche St. Magnus im Franziskaner-Kloster.
Zu den moderneren Sehenswürdigkeiten gehört der Allgäu-Tower mit seiner Glasfassade. Er misst 13 Stockwerke und gewährt euch einen sagenhaften Ausblick, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Falls ihr länger in Kempten bleiben wollt, könnt ihr hier direkt absteigen, denn der Allgäu-Tower beherbergt auch ein Hotel. Neben der Besichtigung der Stadt lohnt sich auch ein Ausflug ins Umland, um zu wandern oder anderweitig die Natur des Allgäus zu genießen. Von München erreicht ihr Kempten in zwei Stunden mit dem Zug oder in etwa einer Stunde und 45 Minuten mit dem Auto.