Die bayerischen Seen haben schon etwas Magisches. Nicht umsonst ließen sich Künstlerinnen und Künstler immer wieder von ihrem Anblick verzaubern und fanden an ihren Ufern Inspiration. Bekanntestes Beispiel dürfte wohl der Staffelsee sein, wo sich die Kunstbewegung um die Blauen Reiter sammelte. Aber auch der Hintersee im Berchtesgadener Land war Heimat einer Malerkolonie, die die Landschaft auf ihren Gemälden verewigten.
Über den Malerweg zum See

Der Hintersee gehört zur Gemeinde Ramsau und entstand vor ca. 4.000 Jahren bei einem Kältesturz. Er hat einen Umfang von 2,5 Kilometern und ist bis zu 18 Meter tief. Trotzdem friert er recht schnell zu und kann im Winter immer wieder für Wintersport genutzt werden. Dann verwandelt sich die Umgebung in ein absolutes Winterwunderland, wenn die spiegelglatte Fläche des Sees vor den schneebedeckten Bergen liegt und zum Eislaufen einlädt.
Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit bietet der Hintersee einen sagenhaften Anblick. Das haben auch die Maler der Wiener und Münchner Schule erkannt, die sich hier niederließen, um der Landschaftsmalerei zu frönen. Neben der Pfarrkirche St. Sebastian war der See selbst ein äußert beliebtes Motiv in der Kolonie. Aus dieser Bewegung ging der Malerweg hervor, der euch von Ramsau an der Kirche vorbei durch den Zauberwald zum Hintersee führt. Auf diesem Spaziergang erlebt ihr gleich mehrere sehenswerter Highlights aus einmal, an denen ihr euch kaum sattsehen könnt.
Ein Tag am Hintersee

Um zum Hintersee zu gelangen, durchschreitet ihr wie erwähnt zunächst den Zauberwald. Dieser macht seinem Namen alle Ehre mit seinen knorrigen Bäumen und der plätschernden Ramsauer Ache am Wegesrand. Sobald ihr den Wald verlasst, erstreckt sich vor euch der smaragdgrüne Hintersee, umrahmt von hochaufragenden Bergen, die ihrerseits mit Bäumen bedeckt sind. Anders als den nahen Königssee könnt ihr den Hintersee einmal komplett zu Fuß umrunden.
Ihr könnt euch ebenso ein Tret- oder Ruderboot ausleihen und den Hintersee zu Wasser erkunden. Die Hartgesottenen wagen einen Sprung ins kühle Nass, das eine Maximaltemperatur von 16°C erreicht. Da der See schnell zufriert, ist Eisbaden nicht drin, Eisstockschießen oder Schlittschuhfahren sind hingegen möglich. Außerdem erwartet euch im Winter 30 Minuten vom Hintersee entfernt die Wildtierfütterung im Klausbachtal. Sollte euch die Muse küssen, könnt ihr natürlich die Staffelei auspacken und es somit Malern wie Carl Rottmann gleichtun, in dem ihr das herrliche Idyll auf der Leinwand einfangt.