München bietet viele grüne Flecken, an denen man ein bisschen Natur genießen und ausspannen kann, wenn man der Großstadthektik entfliehen möchte. Manchmal reicht das aber nicht und ihr müsst komplett aus der City raus und rein ins Dorfleben, um einmal so richtig durchatmen zu können. Das malerische kleine Ramsau im Berchtesgadener Land mit seiner Alpenkulisse bietet sich perfekt an, um einfach mal einen Tag oder ein Wochenende abzuschalten und die Nähe zur Natur auszukosten. Hier gibt es nicht nur Berge, Seen, Wälder und Kirchen, sondern auch ein weltweit bekanntes Malereimotiv.
Ein Dorf wie gemalt

Ramsau ist beinahe vollständig von den Berchtesgadener Alpen umgeben und liegt mit zwei Dritteln seiner Fläche im Nationalpark. Hier fühlt man sich abgeschottet vom Rest der Welt und das im besten Sinne, denn kaum woanders kommt man so zur Ruhe. Selbst die Wittelsbacher wussten das beschauliche Örtchen mit seinen Bauernhäusern bereits zu schätzen und kamen regelmäßig zum Jagen an den Hintersee, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Später diente Ramsau als Drehort für diverse Filme, darunter „Die Geierwally“ und „Das Geheimnis des Königssees„.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich hier eine Malerkolonie aus bekannten Vertretern der Münchner und der Wiener Schule, die in Ramsau der Landschaftsmalerei frönten Besonders beliebte Motive waren der Hintersee und die Pfarrkirche St. Sebastian. Selbst wenn ihr zuvor noch die von Ramsau gehört haben solltet, so habt ihr garantiert schon einmal ein Bild von dessen berühmter Kirche gesehen. Die Kirche wurde u. a. von Wilhelm Busch, Thomas Fearnley und Ferdinand Laufberger als Gemälde verewigt. 2012 fand erstmals anlässlich des 500. Jubiläums der Kirche St. Sebastian die erste Extempore für Bildkunst im Berchtesgadener Land statt, die seither jährlich eine der Gemeinden des Landkreis‘ im Wechsel ausrichtet.
Natur pur in und um Ramsau

Die St. Sebastiankirche ist jedoch nicht die einzige Sehenswürdigkeit in Ramsau. Wenn ihr euch für sakrale Bauten interessiert, solltet ihr bei der Wallfahrtskirche Maria Kunterweg vorbeischauen, die sich oberhalb des Orts befindet und vor allem durch ihre beiden Türme ins Auge sticht. Ein absolute Muss ist natürlich der Hintersee, den ihr über einen Spaziergang durch den wildromantischen Zauberwald erreicht. Betrachtet ihr das Naturidyll lieber von oben, dann erklimmt ihr einen der umliegenden Berge, wie etwa den Watzmann. Nicht umsonst gilt Ramsau schließlich seit 2015 offiziell als das erste Bergsteigerdorf Deutschlands.
Bewegt ihr euch lieber näher am Meeresspielgel, stattet der Wimbachklamm einen Besuch ab. Aber auch im Dorf direkt lässt sich die Natur entdecken, etwa im Bergkurgarten, wo ihr die Kräuter und Blumen der Alpen entdeckt. Hier blüht der Enzian, aus dem die Grassl-Brauerei ihren berühmten Schnaps brennt. Zum Kurgarten gehört auch ein Barfußpfad, der euch die verschiedensten Untergründe spüren lässt. In der Nähe befindet sich der Abenteuerspielplatz, auf dem sich die Kinder nach Herzenslust austoben können.