Manche guten Dinge wahren nicht für immer. Das gilt auch für das Atomic Café. Unter den Clubs in München gehört es zu einer echten Legende. Über viele Jahre lang war er ein zentraler Treffpunkt der Indieszene. Lange, bevor München zu seinem typischen „Schickeria“-Image gelangte, Wer Live-Musik suchte, wurde hier fündig und erhielt mit Sicherheit einen Abend, der in Erinnerung bleibt. Auf die ein oder andere Art ist das Atomic Café aber noch am Leben geblieben.
Eine echte Legende: München machte Weltstars groß
Wer unter Promis feiern will, geht in das P1. Wer elektronische Musik und das beste Soundsystem der Stadt sucht, sollte den Blitz besuchen. Und für Freund:innen der Independent-Musik und Subkulturen war das Atomic Café über Jahrzehnte lang der „Place to be“. Von Januar 1997 bis Januar 2015 gehörte der Live-Club zu einer der wichtigsten Diskotheken Münchens. Mitten im Herzen der Münchener Innenstadt wurde an der Neuturmstraße 5 gefeiert.
Das Design des Clubs war dabei schon ein echter Hingucker. Hier fand man ein unverwechselbares 60er-Jahre Space-Age-Design in warmen Farben wie Blutrot, Orange und Gelb. Rund 400 Personen konnten ohne große Absperrung den international aufstrebenden Bands ganz nahe sein. Hier spielten Künstler wie die Arctic Monkeys und Mumford & Sons ihre ersten Konzerte in München!
Neben den über 2000 Live-Konzerten fanden dort auch Lesungen, Filmpremieren und Themenabende statt. Das Atmoic Café war dafür bekannt, eine Art „Familie“ für die Münchner Subkulturen zu sein: Ein Club, der eine Alternative zum typischen Nachtleben anbot. Manche Bands gründeten sogar hier: Die Sportfreunde Stiller standen lange selbst hinter der Theke des Atomic Cafés. Mehr Legende geht kaum!
Ende gut, alles gut? Die Rückkehr des Atomic Café

Wer 2015 schon in München lebte, erinnert sich: Das Atomic Café musste aufgrund der auslaufenden Pacht schließen und wird bis heute schmerzlich vermisst. Heeute befindet sich dort ein Laden von Lacoste (ja, kein Scherz).
Immerhin lebt es auf andere Art weiter. Im Herbst 2023 kehrte das Atomic Café als zweiwöchentliche Veranstaltungsreihe zurück. Als regelmäßige Clubnight wird es nun in einer neuen Location weitergeführt, um sein musikalisches Erbe zu pflegen. So soll das Originalgefühl mit ehemaligen Resident-DJs und Live-Acts aus der Independent-Szene wieder aufgelebt werden.
So ganz wie früher wird es wohl nicht werden. Aber wer noch große Atomic-Sehnsucht verspürt, kann sich zumindest mit Erinnerungen wie dem Dokumentarfilm „This is Atomic Love“ trösten.