Bayern hat im Laufe seiner Geschichte zahlreiche große und kleine Herrscher gesehen. Die Wittelsbacher, die Staufener und andere Adelige errichteten in der ganzen Region ihre Residenzen und Schlösser. Doch wenn wir noch weiter in der Geschichte zurückgehen, entdecken wir sogar große germanische Herrscher, die hier geschaltet und gewaltet haben sollen. Das beschauliche Amberg beispielsweise könnte Standort des antiken Maroboudon gewesen sein, in welchem der makromannische König Marbod herrschte.
Der römische Herrscher in der Pfalz

Maroboudon war der Herrschaftssitz des germanischen Königs Marbod, welcher seine Jugend in Rom verbrachte, bevor er nach Germanien zog und sein Reich aufbaute. Er galt als der bedeutendste Herrscher der Makromannen und gründete die Siedlung Maroboudon nahe der Donau. Der griechische Gelehrte Claudius Ptolemäus hielt den Ort in seiner Geografia fest, einem antiken Atlas.
Wo genau sich Maroboudon demzufolge befunden haben soll, konnte bis heute nicht eindeutig festgestellt werden. Einige Forschende gehen von einer Lokalisation in Böhmen aus, doch andere vermuten es im heutigen Amberg. In jedem Fall war die oberpfälzische Stadt wichtige Handelsstätte für Salz und Eisen, wodurch es im Mittelalter florierte. Viele der damaligen Bauten sind heute noch erhalten und können von euch entdeckt werden.
Kurfürstliches Amberg

Amberg war nicht nur mutmaßlicher Sitz des Makromannen-Königs, sondern auch diverser bayerischer Adeliger. Kurfürst Ludwig III. ließ hier im 15. Jahrhundert ein Schloss als Regierungssitz erbauen, das heute das Landratsamt beherbergt. Auch das Zeughaus und die Regierungskanzlei sind kurfürstlichen Ursprungs und die Alte Veste wurde später zum kurfürstlichen Hof. Am Martkplatz entdeckt ihr das gotische Rathaus und wenn ihr in Amberg übernachten wollt, könnt ihr das im Eh’häusl tun, einem der kleinsten Hotel der Welt.
Die Amberger Altstadt ist von einer Ringmauer umgeben, die heute noch beinahe vollständig erhalten ist. Diese verfügt über insgesamt fünf Stadttore, eine davon die Stadtbrille, welche das Wahrzeichen von Amberg darstellt. Es überspannt mit zwei Bögen die Vils, in der sie sich spiegeln und wie besagte Brille aussehen. Auf der Vils könnt ihr auch Bootsfahrten unternehmen und die Stadt so vom Wasser aus entdecken. Diese könnt ihr mit Weißwurst- oder Bierverkostungen verbinden.
Und Bier gibt es in Amberg reichlich, denn hier sind gleich ganze fünf beheimtatet, weshalb der Ort auch den Spitznamen “Bierstadt” trägt. Im Mittelalter zählte der Ort sogar ganze 30 Stück. Heute wird das herbe Getränk noch auf diversen Bierfesten gefeiert, bei denen ihr dabei sein könnt. Falls Bier eher weniger eurem Geschmack entspricht, könnt ihr stattdessen auch eines der vielen süßen Cafés besuchen, wenn ihr durch die Altstadt bummelt.