Bayern, das Land, das irgendwo doch noch im vergangenen Zeiten steht – zumindest wenn es nach dem historischen Angebot rund um München geht. Denn kaum in einem anderen Bundesland liegen so viele Märchenschlösser und verschwunschene Burgen. Viele davon gehören zum UNESCO-Welterbe und sind definitiv einen Tagesausflug wert! Ein besonderer Tipp ist die Würzburger Residenz. Sie wurde bereits 1981 als eines der ersten Bauwerke in Deutschland in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Sie gilt als das „einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser“ und ist ein Meisterwerk des europäischen Barock.

Die Würzburger Residenz gilt als ein „Schloss der Schlösser“ – so die UNESCO-Jury. Das Gebäude ist so besonders, weil es das Ergebnis einer einzigartigen Zusammenarbeit internationaler Künstler:innen darstellt. Der damals junge und noch unbekannte Architekt Balthasar Neumann schuf hier sein Lebenswerk. Der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo malte hier das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt und der Italiener Antonio Bossi war für den Stuck von unglaublicher Plastizität verantwortlich.
Wie man anhand der verschiedenen Künstler:innen bereits ahnt, vereint die Würzburger Residenz damit eine Menge unterschiedlicher Stile in einem. Hier findet ihr Merkmale des französischen Schlossbau, Wiener Barock und der oberitalienischer Palastarchitektur. Ganz billig war das aber nicht: Die Residenz war so teuer, dass sie das Bistum fast in den Ruin trieb. Der Bau dauerte von 1720 bis 1744.

Dass es das Schloss heute noch gibt, es eigentlich ein Wunder. Beim verheerenden Bombenangriff auf Würzburg im März 1945 brannte die Residenz fast vollständig aus. Unglaublicherweise hielten jedoch die massiven Gewölbe von Balthasar Neumann im Treppenhaus und Kaisersaal stand. Der Architekt wurde anfangs noch verspottet, seine gewagte Treppenkonstruktion ohne Stützen würde einstürzen. Er bot an, Kanonen im Saal abzufeuern, um die Stabilität zu beweisen. Heute wissen wir: Er hatte recht.
Wenn ihr das UNESCO-Welterbe heute besichtigen wollt, geht das unkompliziert. Euch werden Führungen durch die Prunkräume und das Spiegelkabinett angeboten. Auch die Hofkirche ist einen Besuch wert. Mit ihrem ganzen Gold und Stuck gilt sie als eine der schönsten Barockkirchen Deutschlands. Der Eintritt dazu ist sogar frei.
Und zum Abschlus noch ein kleiner Geheimtipp: Im Sommer solltet ihr unbedingt zum Mozartfest kommen. Viele Konzerte finden im Kaisersaal oder im beleuchteten Hofgarten statt – eine absolut königliche Atmosphäre.