In der Münchner Innenstadt ragen so einige sakrale Bauten empor, die das Stadtbild maßgeblich prägen. Einige von ihnen beherbergen hoheitliche Grabstätten, wobei die Gruften unter der Theatinerkirche und der Frauenkirche wohl am bekanntesten sein dürften. Doch es gibt noch eine dritte Grablege, die historisch nicht minder bedeutsam ist – eher im Gegenteil. In der Wittelsbachergruft von St. Michael in der Neuhauser Straße fanden so einige Adelige ihre letzte Ruhe, darunter niemand geringerer als Ludwig II.
Die fürstliche Grablege

Die Kirche St. Michael entstand als erster Renaissancebau nördlich der Alpen ab dem Jahr 1583. Sie sollte einerseits als Gotteshaus für das Kolleg dienen, das man zeitgleich mit ihr erbaute, war andererseits von Beginn an als Grablege für die Wittelsbacher bestimmt. So befindet sich unterhalb des beeindruckenden Innenraums eine Fürstengruft, die zu den bedeutendsten Ruhestätten der Wittelsbacher gehört. 30 Personen liegen in der Gruft und zehn weitere in den Kolumbarien, wobei ihr letztere nicht besuchen könnt.
Unter den hier bestatteten Wittelsbachern befinden sich einige berühmte Familienmitglieder, wie beispielsweise König Maximilian I. oder König Otto I. Am bekanntesten ist aber zweifellos Ludwig II. dessen Grabstätte ihr hier ebenfalls zu sehen bekommt. Er kam unter mysteriösen Umständen im Starnberger See ums Leben, wobei bis heute nicht geklärt werden konnte, ob er selbst ins Wasser ging oder ermordet worden war. Der Geheimbund der Guglmänner war sich sicher, dass es sich um ein Verbrechen handeln musste, weshalb sie die Öffnung des Sarkophags in der Wittelsbachergruft von St. Michael verlangten. Dass man sich stets dagegen weigerte stärkte die Guglmänner in ihrem Verdacht, dass sich die Überreste Ludwigs nicht in der Grabstätte befinden.
Besuch in der Wittelsbacher Gruft von St. Michael

Ob sich Ludwig nun wirklich in der Fürstengruft befindet oder nicht, werden wir wohl nie erfahren. Seinen prächtigen Sarg könnt ihr hier jedoch aus nächster Nähe begutachten. Ihr erkennt ihn sofort anhand der Krone, die auf seinem Deckel prangt und an der Umzäunung, die ihn umgibt und bei den anderen Särgen fehlt. Des weiteren liegen stets frische Blumen oder Kränze zu seinen Füßen. Auch die anderen Grabstätten sind einen Blick wert, unterscheiden sie sich doch alle in ihrer Gestaltung und in den Inschriften.
Wenn ihr euch für Geschichte interessiert, dann ist ein Besuch in der Wittelsbachergruft von St. Michael auf jeden Fall das Richtige für euch. Um zu der Gruft zu gelangen, müsst ihr einmal das komplette Kirchenschiff durchqueren. Nehmt euch bei der Gelegenheit, die beeindruckende Architektur und die Verzierungen der Kirche selbst zu betrachten. Auch von Außen lohnt sich ein zweiter Blick, da die Fassade von St. Michael mit zahlreichen Statuen geschmückt ist. Unten zwischen den Portalen begrüßt euch der Erzengel Michael, welchem die Kirche ihren Namen verdankt. Die Kirche betretet ihr kostenlos, wohingegen der Eintritt in die Gruft 3€ kostet. An Allerheiligen könnt ihr sie allerdings gratis besuchen.
📍 Ort: St. Michael, Neuhauser Str. 6
🕐 Öffnungszeiten: Mo–Fr 10 bis 12:30 Uhr & 13 bis 17:30 Uhr, Sa 10 bis 12:30 Uhr & 13 bis 16:30 Uhr
💶 Preisinformation: 3€ regulär, 2€ ermäßigt, 1€ Jugendliche