Wer nach weltweit einzigartiger Kultur sucht, ist in Bayern genau richtig. München erwartet ein ganzes Kulturjahrund gleich mehrere UNESCO-Weltkulturerbestätten zählen zum Angebot unseres Bundeslands. Auch das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth gehört dazu. Es ist nicht einfach nur ein Theater, sondern das besterhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters. Seit 2012 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als wahres Meisterwerk der Architektur.
Das Opernhaus wurde von 1744 bis 1748 erbaut. Vorbilder waren nicht Geringeres als die größten Opernhäuser der Zeit in Wien und Dresden. Dabei war es sozusagen „nur“ ein Hochzeitsgeschenk: Die preußischen Prinzessin Wilhelmine – Lieblingsschwester von Friedrich dem Großen – ließ es anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter errichten. Bayreuth sollte damit zur Kulturmetropole werden. Das hat die Stadt in vielen Bereichen auch geschafft.
Ein hölzernes Wunderwerk mit optischer Täuschung

Das Markgräfliche Opernhaus ist ein „Logentheater“, das fast vollständig aus Holz und Leinwand besteht. Wenn euch diese Info beim Anblick des prächtigen Gebäudes überrascht, habt ihr ganz Recht: Denn alles sieht hier nach Marmor und Gold aus. Eine perfekte optische Täuschung – denn die gesamte Innenausstattung ist aus bemaltem Holz.
Nicht nur die Optik ist erstaunlich, auch aus akustischer Sicht sorgt das Opernhaus für Aufsehen. Das sollte es natürlich auch, schließlich ist das seine Aufgabe. Das Innere ist wie ein riesiger Geigenkasten aus Holz konstruiert und bietet daher eine so gute Akustik.
Wenn ihr den Konzertsaal betretet, zieht der erste Blick wie magnetisch zur Decke. Sie ist detailverliebt bemalt und von zahlreichen Logenplätzen und Skulpturen umringt. Man kann sich gut vorstellen, wie prachtvoll die damaligen Veranstaltungen waren – und es bis heute noch sind.
Für Wagner nicht genug, heute ein Erbe der Welt

Heute ist das Opernhaus ein Weltkulturerbe, damals kam es aber erst weniger gut an. Der berühmte Richard Wagner kam ursprünglich nach Bayreuth, weil er dieses Opernhaus für seine Festspiele nutzen wollte. Er fand es jedoch „zu klein“ und die Bühne für seine gewaltigen Inszenierungen ungeeignet. Das war der Grund, warum er schließlich sein eigenes Festspielhaus auf dem Grünen Hügel baute.
Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth könnt ihr heute täglich, bei wenig Eintritt, besichtigen. Es gibt ein Museum mit beeindruckender Multimediashow, die die Geschichte lebendig macht. Außerdem finden regelmäßig Barock-Opern und Konzerte statt. Werft dazu einen Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender. Ganz einfach könnt ihr euch hier um Jahrhunderte in die Zeit zurückversetzen und in die Geschichte eintauchen – so wie es sich für ein Weltkulturerbe gehört.