Einerseits ist München Heimat zahlreicher jahrhundertealter geschichtsträchtiger Stätten und Bauten, wie dem alten Südfriedhof oder den Überresten des Jungfernturms. Auf der anderen Seite ist sie auch Standort für große internationale Tech-Konzerne wie Google und Amazon. Eine Stadt, in der Brauchtum auf Moderne trifft, erlaubt die perfekte Symbiose zwischen Tradition und Innovation. Daher ist es wenig verwunderlich, dass in dieser Stadt nun fahrerloser ÖPNV getestet wird. Vor wenigen Wochen startete in München ein Pilotprojekt zum Test von selbstfahrenden Bussen für den öffentlichen Nahverkehr. Es soll sich zeigen, inwiefern so ein Angebot für die Stadt zukunftsfähig ist und welches Potenzial sich dahinter verbirgt.
Erste Testfahrten mit den autonomen Bussen

8 Meter misst der elektrische Kleinbus, der Platz für bis zu 52 Fahrgäste bietet. Das Modell des Herstellers Karsan fährt aktuell noch nicht auf den Straßen Münchens, sondern auf dem MVG-Betriebsgelände in Moosach. Hier dreht der Bus seit Mitte Dezember seine Testrunden und wird auf Herz und Nieren überprüft.
Die bisherige Bilanz fällt positiv aus. Der Bus bremse tendenziell eher früher als später. Es ist rundum mit Sensoren ausgestattet, die das Fahren mit dem Bus sehr sicher machen. Die moderne Technik sorg für ein sicheres Verhalten des Busses in den verschiedenen, auch komplexeren, Verkehrssituationen, die ihm im Alltag begegnen könnten. Dazu gehören neben Spurwechseln und Abbiegen auch Baustellen und unvorhersehbare Ereignisse. Bisher fallen die Tests sehr gut aus und der MVG zeigt sich mit dem Verhalten des Busses zufrieden.
500 autonome Busse für München?
In Norwegen fahren sie bereits, wir in Deutschland müssen uns hingegen noch etwas gedulden, bevor wir uns vom fahrerlosen Bus von A nach B bringen lassen können. Bis es zugelassene Fahrzeuge für den Regelbetrieb gibt, könne es noch bis zum Ende des Jahrzehnts dauern. Dann könnten autonome Busse normaler Bestandteil des Münchner Stadtbilds werden.
Wenn es dann soweit ist, könnten bis zu 500 dieser selbstfahrenden Buss auf den Straßen Münchens unterwegs sein. Gerade in Zeiten, in denen es an Busfahrern und -fahrerinnen mangelt, können diese eine valide Ergänzung im ÖPNV darstellen. Das würde auch bedeuten, dass der Nahverkehr in den Außenbezirken der Stadt mit einer dichteren Taktung fahren könnte.