Bayern beherbergt zahlreiche Burgen und Schlösser, darunter das wohl bekannteste der Welt: Millionen Besuchende zieht Schloss Neuschwanstein jährlich an, die aus aller Welt zu der Anlage pilgern. Solltet ihr selbst einen Ausflug dorthin planen, dann lasst euch nicht das nahegelegene Schloss Hohenschwangau entgehen. Es überzeugt nicht nur mit seiner idyllischen Lage und reizvollen Optik, sondern auch mit seiner spannenden Historie, die es fest mit Neuschwanstein verbindet.
Das erste Schloss Schwanstein

Schon im Jahre 1050 fand das erste Mal ein „Castrum Swangowe“ Erwähnung, in dem die Ritter von Hohenschwangau residierten. Bei dieser Burg handelte es sich jedoch nicht um das heutige Schloss Hohenschwangau, sondern um die wehrhaftere und höhere gelegene Doppelburg Vorder- und Hinterhohenschwangau, aus der später Schloss Neuschwanstein wurde. Der Name „Schwanstein“ tauchte erst mehrere hundert Jahre später in einer Urkunde von 1397 auf und bezog sich auf das heutige Hohenschwangau.
Aufgrund des Verfalls kam es im Laufe der Zeit immer wieder zu Umbauten an dem Schloss, bis es 1821 endgültig abgebrochen werden sollte. Daraufhin kaufte Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein das Schloss, um es zu retten und begann es zu reparieren, doch er behielt es nicht lange. Kronprinz Maximilian II. sollte eigentlich das Schloss Hohenfüssen von seinem Vater erhalten, doch er verliebte sich in die Anlage über dem Alpsee und machte sich stattdessen diese zu eigen. Er taufte es in Hohenschwangau um und seither trägt das Schloss seinen heutigen Namen. Unter ihm erhielt es aber nicht nur seine neue Bezeichnung, sondern auch sein jetziges neugotisches Aussehen.
Schloss Hohenschwangau diente der Familie von Max II. als Sommerresidenz, in der sein Sohn und späterer König Ludwig II. seine Kindheit verbrachte. Dieser ließ auf dem Gelände der ehemaligen Doppelburg Hohenschwangau sein eigenes Schloss errichten, welches bis 1886 den Namen „Neue Burg Hohenschwangau“ trug. Erst danach benannte er es in Schloss Neuschwanstein um. Später wollte er aus Burg Falkenstein eine ähnliche Anlage bauen lassen, doch daraus wurde zu seinen Lebzeiten nichts mehr.
Ein Besuch auf Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau ist seine gelbe Fassade, seine eckigen Türme und die markanten Zinnen unverwechselbar. Es ist umgeben von dichtem grünen Wald, aus dem es augenfällig hervorragt. Von hier überblickt ihr den Apl- und den Schwansee, was für Max II. den besonderen Reiz des Schlosses ausmachte. Im Inneren ist Hohenschwangau seit seinem Umbau im 19. Jahrhundert weitestgehend unverändert geblieben. Das Biedermeiermobiliar ist noch dasselbe und in jedem der Räume findet ihr eindrucksvolle Gemälde und Malereien.
Hohenschwangau diente vielen Filmen über das Leben von Ludwig II. als Filmkulisse. Darüber hinaus drehte die Augsburger Puppenkiste hier den Märchenfilm „Brüderchen und Schwesterchen“. Ihr könnt Schloss Hohenschwangau das ganze Jahr über besichtigen und euch durch die Räumlichkeiten führen lassen. Am besten kombiniert ihr euren Besuch mit einem Abstecher bei Schloss Neuschwanstein, das sich nur eine halbe Stunde zu Fuß oder vier Autominuten entfernt befindet. Tickets für Schloss Neuschwanstein, inlkusive Transfer findet ihr hier.