In München macht gefühlt jede Woche ein neues Café oder ein neuer Laden auf und Liste der „Muss ich hin“-Orte wird immer länger, sodass ihr kaum noch hinterher kommt, alles auszuprobieren. So haben jetzt zu Jahresbeginn erst der neue Comicladen im Rathaus und das DING’S im ehemaligen Sendlinger Tor Filmtheater eröffnet. Von anderen Betrieben und Institutionen müssen und mussten wir uns heuer jedoch verabschieden – zumindest temporär. Wo es dieses Jahr zu Schließungen kommt und wie es künftig an diesen Orten weitergehen soll, verraten wir euch hier.
Der Ratskeller

Der Ratskeller war eine echte Münchner Institution, die es bereits seit der Fertigstellung des ersten Gebäudeteils des neuen Rathauses gibt. Hier fanden im gesamten Untergeschoss bis zu 1.000 Personen in zehn Räumen Platz und genossen bayerische Küche, Wein und Bier. Die Geschichte des Bietrinkens in München stellten auch die Bemalungen des Gewölbes eindrucksvoll dar. Letztlich wurde die Pacht aber zu teuer und deshalb entschied man sich schweren Herzens, den Ratskeller zu schließen.
Vom 20. bis 23. Januar fand ein Flohmarkt statt, auf dem das Inventar des Gasthauses zu günstigen Preisen feil geboten wurde. Mit dem Ratskeller ging leider auch ein Stück Stadtgeschichte. Wie es hier weitergeht, steht noch nicht fest. Ein Techno-Club war ein Zeit lang im Gespräch, konkrete Pläne gibt es dafür bisher aber noch nicht.
Das Herrenmodehaus Wormland

Mehr oder weniger unerwartet kam es nun in der letzten Januarwoche noch zur Schließung des Herrenmodehauses Wormland. Aufgrund des erneuten Insolvenzantrags von Ende 2025 standen bereits Gerüchte im Raum, dass der Laden seine Räumlichkeiten am Marienplatz verlassen müsse. Der Mietvertrag liefe aber angeblich noch bis Ende 2027 und vonseiten des Insolvenzverwalters gab es keine Bestätigung einer Beendigung des Mietverhältnisses.
Daher kam die Nachricht über die sofortige Schließung am Mittwoch doch eher überraschend. Der Laden bleibt zu und alle Mitarbeitenden mussten entlassen werden. Dies betrifft nicht nur den Wormland in München, sondern alle Geschäfte deutschlandweit. Über den Nachfolger munkelt man schon eine Weile: Angeblich will Lindt & Sprüngli hier eine Filiale eröffnen.
Das Schuh-Outlet Muecke

Mit dem Muecke-Outlet im Einstein-Center verlässt ein weiteres Modegeschäft München. Bei Muecke gibt es Kleidung und Accessoires, der Fokus liegt aber ganz klar auf Schuhen. Hier bekommt ihr um die 100.000 Modelle von verschiedenen Marken, wie Gabor, Rieker, Puma, Nike, Vans und Adidas. Die Münchner Filiale muss im Zuge einer Neuausrichtung der Verkaufsstrategie leider schließen, online und an anderen Standorten wie Augsburg könnt ihr aber nach wie vor bei Muecke shoppen.
Zum Abschluss lief von 07. bis 31. Januar ein großer Räumungsverkauf mit satten Prozenten und weiteren 50% auf den gesamten Einkauf. Wer künftig den Platz von Muecke in dem Einkaufszentrum einnehmen wird, ist bisher nicht bekannt.
Das Olympia-Stadion

Das Oympiastadion wird schon seit längerer Zeit saniert und in 2026 ist das ikonische Zeltdach an der Reihe. Bisher fanden die Sanierungsarbeiten während des laufenden Betriebs statt, das ist heuer aber leider nicht mehr möglich. Das bedeutet keine Touren mehr auf dem Zeltdach und vor allem keine Open-Air-Konzerte diesen Sommer. Glücklicherweise müssen wir trotzdem nicht auf Freiluftevents verzichten, denn die großen Konzerte werden stattdessen in die Allianz-Arena verlegt.
eHier spielen in diesem Jahr u. a. BTS, Linkin Park, The Weeknd und Helene Fischer für euch. Auch das Superbloom soll 2026 wie gewohnt stattfinden, wo steht bisher allerdings nicht fest. Für diejenigen unter euch, die es sich lieber auf dem Olympiaberg gemütlich gemacht haben, statt die Konzerte selbst zu besuchen, gibt es immerhin einen kleinen Trost: Dem Sommer Tollwood und dem Sommernachtstraum könnt ihr von hier oben immer noch lauschen. Und ab 2027 sollte wieder alles seinen gewohnten Gang gehen.
Das Fat Cat

Das Fat Cat im alten Gasteig war von Anfang an nur eine Zwischennutzung, doch wie lange diese andauern würde, war weniger klar. Nun steht das Datum jedoch fest, an dem sich die Kunstschaffenden, die sich hier eingemietet haben, nach etwas Neuem umschauen müssen. Der derzeitige Vertrag endet nach nochmaliger Verlängerung Ende September. Somit bleibt uns die Kulturstätte glücklicherweise noch eine Weile treu, die Tage sind von nun an aber gezählt.
Wenn ihr hier also ein Konzert oder eine Aufführung wie das Ballet of Lights besuchen wollt, müsst ihr euch beeilen. Die anschließende Sanierung des Gebäudes soll bis 2034 dauern. Was danach damit passiert, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Vielleicht findet das Fat Cat aber woanders ein neues Zuhause und bleibt uns so doch noch erhalten. Der Wunsch dazu besteht auf jeden Fall vonseiten der Betreiber.
Das Blitz

Der Blitz-Club auf der Museumsinsel ist legendär. Seine Soundanlage ist die beste in München und gilt als eine der besten bundesweit. Neben den Residents sind hier regelmäßig bekannte Namen zu Gast, die für euch feinste elektronische Musik auflegen. Doch damit soll bald Schluss sein.
Aktuell ist das Blitz auf der Museumsinsel beim Deutschen Museum beheimatet, doch bis Ende September muss der Club ausziehen, da der Vertrag nun endgültig nicht mehr verlängert wurde. Ob das Blitz eine neue Heimat finden wird, steht derzeit noch in den Sternen. Wenn ihr also in den Genuss der legendären PA-Anlage kommen wollt, solltet ihr in den nächsten Monaten einen Besuch planen.