Wandern gehen können wir in einigen der schönsten Berge rund um München. Sucht ihr nach einer echten Herausforderungen? Statt mit der Gondel auf den Gipfel zu fahren und nur sanfte Spaziergänge, findet ihr im Berchtesgadener Land einen Berg der Extraklasse: Der Watzmann ist ein echter Mythos. Er gilt als das Wahrzeichen der Region und ist mit seiner markanten Form einer der bekanntesten Berge der Welt. Aber wer hier wandern will, sollte bestens vorbereitet sein.
Der höchste deutsche Berg mit einer dunklen Sage

Die Mittelspitze des Watzmann liegt auf 2.713 Metern. Er ist der dritthöchste Berg Deutschlands und der höchste Berg, der mit seiner Basis komplett auf deutschem Boden steht! Denn die Zugspitze teilt sich Deutschland ja mit Österreich. Und der zweithöchste Berg des Landes ist sogar eher unbekannt.
Einer Sage nach soll die Form den grausamen König Watzmann und seine Familie darstellen, die zur Strafe für ihre Sünden zu Stein erstarrt sind. Die Gipfel stellen demnach den Großen Watzmann, Frau Watzmann und die Kinder dar.
Gleich vorweg: Wandern auf dem Watzmann ist kein „Spaziergang“. Der Berg ist wunderschön, aber auch tückisch. Jedes Jahr gibt es hier schwere Unfälle – er gilt sogar als der tödlichste Deutschlands. Unterschätzt niemals die Länge: Die Überschreitung der Gipfel ist extrem kräftezehrend. Helm, Bergschuhe und auch Klettersteigset sind bei einigen Touren Standard. Denkt außerdem an genügend Wasser, denn am Berg selbst gibt es nach dem Watzmannhaus keine Quellen mehr.
Die Touren – nur für echte Profis

Die wohl einfachste Route ist zunächst der Aufstieg zum Watzmannhaus. Von der Wimbachbrücke geht es auf Wanderpfaden auf 1.300 Höhenmeter hinaus. Dieser Weg ist ein technisch einfacher, aber dennoch schweißtreibend.
Von diesem Basislager aus findet ihr verschiedene schwierigere Wege auf die Gipfel. Die Route zum Hocheck (2.651 m) führt steil über Fels und Schutt. Sie ist teils drahtseilversichert, gilt aber als der „einfachste“ Gipfel.
Ein Klassiker dagegen ist die Watzmann-Überschreitung. Ihr klettert stundenlang über das Hocheck zur Mittelspitze bis zur Südspitze. Nur für konditionsstarke Profis! Wer sich an anderen Kletterwänden ausprobieren will, findet hier die höchste Wand der Ostalpen: Die Watzmann-Ostwand ist 1.800 Meter hoch und sollte nur mit extremer Erfahrung angegangen werden.
Wer es etwas „leichter“ mag

Aber keine Sorge, auch für weniger erfahrene Kletterer bietet der Watzmann einige Touren an. Die Watzmann-Umrundung ist eine lange Talwanderung durch das spektakuläre Wimbachgries. Sie ist technisch leicht, aber landschaftlich gewaltig. Ganz ohne den Gipfel zu besteigen!
Und wer lieber gar nicht wandern will, schaut sich den Watzmann von unten bei einer Bootsfahrt nach St. Bartholomä an. Auf dem Königssee könnt ihr die Ansicht der Ostwand bewundern. Und gleich nebenbei von der Sage von Berchtold und der VW Käfer erfahren…