Bayerns Städte und Dörfer strotzen nur so vor Geschichte, doch nur die wenigsten können von sich behaupten, in einem Sprichwort verewigt worden zu sein. Anders sieht es da bei der mittelfränkischen Kleinstadt Pappenheim aus, die danke Friedrich Schiller wortwörtlich in aller Munde ist. Trotzdem dürfte vielen nicht bewusst sein, dass dieser Ort tatsächlich existiert. Dabei gibt es in dem beschaulichen Ort so Manches zu entdecken.
Das berühmte Sprichwort

Die Burg Pappenheim entstand um 1030 herum, deren umliegendes Gebiet bereits zuvor besiedelt war. Später erhob man sie zur Residenzstadt, wodurch ihr einige Privilegien zukamen. Im dreißigjährigen Krieg schließlich belagerten die Schweden die Stadt und konnten diese einnehmen. In diesem Zuge kam es auch zu einer Übergabe der Burg. Im darauffolgenden Jahrhundert verfasste Friedrich Schiller seine Wallenstein-Trilogie, das zu dieser Zeit spielt.
Im letzten der drei Bücher, „Wallensteins Tod“, verbandelt sich Wallenstein mit dem Schweden, denen er Prag verspricht. Als die Gerüchte um den Verrat die Runde machen, wendet sich eine Truppe Soldaten des Regiments Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim an Wallenstein, um den Wahrheitsgehalt des Gerüchts zu überprüfen. Sie wollen sich persönlich davon überzeugen, dass dies nicht wahr ist. Daraufhin sagt Wallenstein anerkennend: „Daran erkenn‘ ich meine Pappenheimer!“
Sie hatten Wallenstein vertraut und wurden betrogen, weshalb sie sich später von ihm abwendeten. Vermutlich lässt sich daraus die heutige Bedeutung des Sprichworts ableiten, das in erster Linie Misstrauen ausdrückt.
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Sehenswertes in Pappenheim

Solltet ihr Pappenheim bisher nur aus dem sprachlichen Gebrauch kennen, dann ist höchste Zeit, dass ihr Stadt persönlich einen Besuch abstattet. Neben der Burganlage mit ihrem imposanten Bergfried ist auch das Alte Schloss einen Blick wert. Es entstand nachdem Wolf Christoph zu Pappenheim im 16. Jahrhundert beschloss, dass die Burg kein zeitgemäßer Wohnsitz mehr sei. Es vereint Elemente der Gotik, des Barocks und des Klassizismus in sich und verfügt über eine schöne Gartenanlage.
Das Neue Schloss wiederum ist ein klassizistischer Bau, den Leo von Klenze zu Beginn des 19. Jahrhunderts verwirklichte. Es befindet sich in der gut erhaltenen Altstadt, die komplett von einer Schleife der Altmühl umgeben ist. Das Altmühltal selbst solltet ihr bei Gelegenheit ebenfalls besuchen, um beispielsweise bei der Tatzelwurmbrücke vorbeizuschauen, die sich wie ein Drache durch die Landschaft schlängelt.