Sobald die Temperaturen wieder über 15°C klettern und die Sonne sich blicken lässt, zieht es die Münchner aus der Stadt und an die Seen zum Radeln, Wandern und im Sommer dann zum Baden. Dabei ist vor allem der schnell zu erreichende Starnberger See ein beliebtes Ziel, wodurch dieser an schönen Tag schnell überlaufen ist. Wem es hier zu viel wird, der sollte lieber noch ein Stück weiter in den Süden fahren und die Osterseen besuchen. Hier habt ihr in einem großen Moorgebiet gleich 20 Seen zur Auswahl und könnt die Natur genießen.
Ein unberührtes Fleckchen Natur?

Die Osterseen breiten sich südlich vom Starnberger See aus und gehören teils zu Seeshaupt, teils zu Iffeldorf. Sie bestehen aus etwa 24 Seen, wobei es noch weitere kleinere Wasserflächen gibt, deren Wasseroberfläche nur ca. 100 Quadratmeter beträgt und die keine eigenen Namen tragen. Die größten 20 Seen erstrecken sich auf einer Fläche von 225 Hektar; das ganze Naturschutzgebiet um die Osterseen misst 1.083 Hektar. Den Namen verdankt das Gebiet dem Großen Ostersee und leitet sich aus dem Althochdeutschen ōstar für „östlich“ ab. Der Große Ostersee verfügt über mehrere Inseln, darunter eine eigene Roseninsel wie auch der Starnberger See.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein blieben die Osterseen weitestgehend von menschlichen Eingriffen verschont. Die sumpfige Landschaft eignete sich weder besonders gut zum Jagen, noch zum Fischen. 1861 ließ der Münchner Industrielle Joseph Anton von Maffei zwei Durchstiche machen, um eine Wasserverbindung bis nach München zu schaffen. Diese wurde mit dem Ausbau der Eisenbahn aber obsolet, bevor sie überhaupt einen wirklichen Nutzen erfahren hatte.
Durch den wachsenden Einsatz von Kunstdünger in der Landwirtschaft verschlechterte sich die Wasserqualität der Osterseen im Laufer des 20. Jahrhunderts. Des weiteren zog es immer mehr Menschen zum Baden in die Region. In Spitzenzeiten kamen bis zu 10.000 Menschen am Tag hierher, was das Geotop an den Rande des Zusammenbruchs brachte. Um dies zu verhindern, wies man die Osterseen schließlich als Naturschutzgebiet aus und regulierte die Wege und Badeplätze strenger. Der Besucherstrom nahm stark ab und die Osterseen erholten sich.
Besuch bei den Osterseen heute

Der große Hype um die Osterseen ist lange vorbei und heute kommen selbst eine Spitzentagen keine 5.000 Menschen mehr hierher. Anders als am Starnberger See ist es hier deutlich ruhiger und die Gäste verteilen sich mehr über die Landschaft. Wenn ihr euch für einen Ausflug an die Osterseen entscheidet, solltet ihr auf jeden Fall die Regeln des Naturschutzgebiets beachten und ihnen Folge leisten. Bleibt auf den Wegen und badet nur an dafür ausgewiesenen Stellen.
Schon der Maler Georg Schrimpf ließ sich von den zauberhaften Osterseen inspirieren und schuf mehrere Ölgemälde, die das Gebiet auf Leinwand zeigen. Die Seenlandschaft bietet euch herrliche Wanderwege abseits der Menschenmassen und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Hier könnt ihr zahlreiche heimische Tiere und Pflanzen entdecken. Auf den Feuchtwiesen wachsen die verschiedensten bunten Blumen, darunter Orchideen, Schlüsselblumen, Enzian und Trollblumen. Hinweisschilder am Wegesrand weisen euch auf besondere landschaftliche Highlights hin, sodass ihr keine Perlen verfasst. An warmen Tagen holt ihr euch eine Abkühlung in einem der Seen und genießt die Idylle der Natur.